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AK Tirol: 685 Frauen und Männer kämpfen seit 100 Jahren um Gerechtigkeit

Im April 1921 gab es die ersten Arbeiterkammerwahlen in Tirol. Erwin Niederwieser hat 100 Jahre AK Tirol auf 123 Seiten erlebbar gemacht.

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In seinem Rückblick skizziert Erwin Niederwieser auch bildlich die Geschichte der Tiroler AK.
© Niederwieser

Von Peter Nindler

Innsbruck –33.986 Arbeiter und Angestellte waren im April 1921 wahlberechtigt, 60 Prozent davon wählten damals die erste Vollversammlung der Tiroler Arbeiterkammer. 99 Jahre später betrug die Wahlbeteiligung 34 Prozent, insgesamt 263.454 Mitglieder hätten 2019 eigentlich die Wahl gehabt. Es hat sich viel gewandelt in der Interessenvertretung für die Arbeitnehmer im Land. Was heute selbstverständlich ist, war über „Jahrzehnte im wahrsten Sinn des Wortes Kampf um Gerechtigkeit. Aber auch noch heute“, blickt der langjährige Leiter des Bildungsreferats der AK Tirol und Autor der Festschrift zu 100 Jahren Tiroler Arbeiterkammer, Erwin Niederwieser, zurück.

Die äußeren Umstände in der Gründungsphase nach dem Ersten Weltkrieg in den 1920er-Jahren beschreibt Niederwieser als katastrophal. „Doch die Arbeiterschaft war von großer Hoffnung erfüllt. Hoffnung, endlich einen gerechten Anteil an Einfluss und Lebensstandard zu bekommen.“ Hoffnung, dass Frauen jetzt wählen dürfen und dass jede Stimme gleich zählt, egal ob Arbeiter oder Fabrikant. Dass im Krankheitsfall eine medizinische Versorgung vorgesehen ist, dass acht Stunden tägliche Arbeit von Montag bis Samstag genug sind, dass Kinderarbeit verboten ist und dass es nicht nur Handelskammern, sondern auch Arbeiterkammern und Betriebsräte gibt.


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