Wolfsdebatte: Tiroler Grüne beharren auf Herdenschutz

In der Wolfsdebatte übt NR Hermann Weratschnig scharfe Kritik an Franz Hörl (VP).

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Weratschnig übt scharfe Kritik an Koalitionskollege Hörl.
© Dähling

Innsbruck – Die Emotionen in der Wolfsdebatte kochen weiter hoch. Mit seiner Aussage „die grüne Brille färbt sich rot“ hat ÖVP-Nationalrat Franz Hörl die Grünen herausgefordert. „Wenn Hörl rotsieht, kommt nichts G’scheites heraus“, reagiert NR Hermann Weratschnig auf Hörls Worte an die Adresse der Grünen.

Für Weratschnig hat die ÖVP „mit den Wolfsrissen den Tierschutz entdeckt und blockiert auf Bundesebene wichtige Tierschutzfragen in der Nutztierhaltung wie etwa bei den unsäglichen Vollspaltenböden“. Aus grüner Sicht müsse die Schockstarre und das Verharren in der Emotionalität überwunden werden und mit Hochdruck der Schutz der Schafe erhöht werden. „Keine Demonstration der Welt wird ein Schaf schützen. Herdenschutz hingegen sehr wohl“, ergänzt Landtagsabgeordneter Georg Kaltschmid.

Weratschnig und Kaltschmid sind überzeugt, dass „für das Ökosystem der Wolf keine Gefahr ist, sondern eine immense Bereicherung“. Als Gesundheitspolizei im Wald könne er eine entscheidende Rolle für eine gute Entwicklung des Naturraums und der Artenvielfalt spielen. Das werde der Wolf aber nur machen, wenn er auf den Almen kein „unbeaufsichtigtes Buffet“ mehr vorfinde. „Hörl sollte davon ablassen, die Stimmung weiter aufzuheizen. Plump versucht Hörl die Landwirtinnen und Landwirte für dumm zu verkaufen. Damit ist niemandem geholfen.“ Tatsache sei, dass weder LHStv. Josef Geisler (VP) noch LH Günther Platter (VP) und auch nicht die Grünen den Spielraum weiter fassen könnten.

„Es gibt eine Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und diese ist die letzte Bastion für einen europäischen Artenschutz“, verweist Weratschnig auf die aktuelle Situation. Der Landtag habe aber gerade einen vernünftigen Tiroler Weg beschlossen, der das Thema versachlichen solle und bei Problemwölfen rasche Maßnahmen vorsehe. (pn)

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