Kreisler Trio in der Laurentiuskirche: Kammermusikalische Delikatesse

Spielfreude, Präzision, samtene Sonorität: das Kreisler Trio in der Laurentiuskirche.

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Das Kreisler Trio Wien (Bojidara Kouzmanova-Vladar, Alex Kircher und Luis Zorita, v.l.n.r.) zu Gast in der Laurentiuskirche.
© Hauser

Von Markus Hauser

Imst – Seit mehr als 30 Jahren gibt es die kleine, feine Konzertreihe der Laurentiuskonzerte auf dem Bergl in Imst. Gedacht als Podium für lokale und international agierende Künstler ist sowohl Anspruch wie stilistische Vielfalt garantiert. Allein schon das Ambiente der vermutlich ältesten Kirche Tirols bietet ein unvergleichliches Flair, das der Intimität von Kammermusik auf ideale Weise gerecht wird.

Und es war kammermusikalische Delikatesse pur, welche das Kreisler Trio Wien zum Auftakt der drei Konzerte umfassenden Reihe am Donnerstagabend bot. In der Besetzung Bojidara Kouzmanova-Vladar (Violina), Axel Kircher (Viola), und Luis Zorita (Violoncello) bot man Werke von eher selten gespielten Komponisten, ja es war sogar mit dem String Trio b-Moll (1914) von Frederick Septimus Kelly eine österreichische Erstaufführung dabei.

F. S. Kelly (1881–1916), begnadeter Pianist und Komponist, aber auch Olympiasieger im Ruder-Achter, fiel an der Front im Ersten Weltkrieg. Bekannt wurde er als Pianist im Zusammenspiel mit Pablo Casals. Die Sonate: 45 Minuten diffizil ausgelotete spätromantische Melodik, mit dem Potenzial von Sehnsuchtsmelodien und heftigsten Gemütsbewegungen. Leider auch viel zu selten gespielt, die Serenade in C-Dur, op. 10 des Ungarn Ernst von Dohnányi. Ein Werk mit ungarischem Einschlag, in einer Brahms-Liszt-Nachfolge stehend, das mit kontrapunktischer Solidität und packendem melodischen Einfühlungsvermögen glänzt.

Das Kreisler Trio ist eine Klasse für sich: feurig-präzisionsfanatische Spielfreude, packend-emphatisches Aufblühen und wunderbar samtene Sonorität. Am 15. Juli ist es die Mezzosopranistin Isabel Pfefferkorn mit dem Duo Kollektiv und am 22. Juli das Saxophonquartett Mirum, welche sich um 19 Uhr in der Laurentiuskirche präsentieren.

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