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Projekt „Solange": Cibulka möchte „Begriff Feminismus befrieden“

Für ihre gesellschaftskritische Kunst wird Katharina Cibulka im September der Preis für zeitgenössische Kunst des Landes Tirol überreicht. Ein Gespräch über „Solange“, die Kirche und modernen Feminismus.

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Der Tirolerin Katharina Cibulka (geb. 1975) wird im September der Preis für zeitgenössische Kunst 2021 des Landes Tirols verliehen.
© F. Cibulka

Wie ist das Projekt „Solange“ entstanden?

Katharina Cibulka: Ich hatte 2011 eine Ausstellung in Wien mit feministischen Arbeiten, die an andere Galerien weiterwandern sollte. Es hagelte aber eine Absage nach der anderen, mit dem einen Argument: Feministische Kunst ist out. Ich habe daraufhin begonnen, in meinem Umkreis nachzufragen: Wie lange ist Feminismus noch notwendig? Darauf trudelten interessante Antworten ein, die ich künstlerisch verarbeiten wollte. Da kam die Idee zur Baustelle, zum öffentlichen Raum. Das Baugewerbe ist eine Männerdomäne, für die Arbeit also der perfekte Ort. Dann kam die Idee zum Besticken, das weiblich konnotiert ist, Jahrhunderte wurden Frauen ja am Stickrahmen still und im privaten Raum kreativ beschäftigt. „Solange“ verlangt Gleichberechtigung und Augenhöhe. Das erste Netz entstand 2018 für die Bienerstraße in Innsbruck.

„Solange“ entwickelte sich zu einem kollektiven Projekt.

Cibulka: Inzwischen arbeite ich im Team, u. a. mit Texterin und Kommunikationswissenschafterin Tina Themel und Textilkünstlerin Vivian Simbürger, mit der ich eine Technik entwickelt habe, um mit den Dimensionen fertigzuwerden. Die Netze sind 200 bis 400 Quadratmeter groß, da verliert man schnell den Überblick. In das erste Netz haben wir noch rund 100 Stunden Arbeit reingesteckt, inzwischen geht es schneller.

Am Stadtpfarrturm in Klagenfurt hängt Ihr inzwischen 20. Netz mit einem für die Kirche mutigen Slogan. Wie kam es dazu?


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