Erleuchter der Welt: Schwazer Rabalderhaus feiert Hellmut Bruch

Das Schwazer Rabalderhaus feiert den 85er von Hellmut Bruch mit einer Personale und einem Buch.

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„von unendlich nach unendlich“ heißt diese Acrylarbeit von Hellmut Bruch aus dem Jahr 2014.
© Archiv Hellmut Bruch

Von Edith Schlocker

Schwaz – Das Rabalderhaus ist fast zu klein, um wirklich begreifbar zu machen, was der Haller Konzeptkünstler alles ist. Bildhauer genauso wie Bildermacher, ausgebreitet im monumentalen wie handlichen Format, in kühlem Edelstahl genauso wie in farbigem Acrylglas oder als Siebdruck auf Papier.

Die älteste und größte Arbeit, die in der von Hellmut Bruch gemeinsam mit Günther Dankl kuratierten Schau zu sehen ist, ist die 1984 entstandene „Optimistische Evolutionsspirale“. Zusammengeschweißt aus nicht mehr gebrauchten Stahlteilen und je nach ihrer Positionierung mehrfach lesbar. Ausdruck des Noch-Suchens des Autodidakten nach seiner authentischen künstlerischen Handschrift, mit dem ehrgeizigen Ziel, das rational nicht Begreifbare optisch fassbar zu machen. Das Licht, das nicht sichtbar ist, allerdings die Welt sichtbar macht, genauso wie mathematische und naturwissenschaftliche Gesetzmäßigkeiten.

Dabei ist Hellmut Bruch ein großer Ästhet. Nichts ist bei seinem Tun zufällig, nichts kommt aus dem Bauch, alles aus dem Kopf. Um, getrieben von einem philosophischen Hintergrund, so Existenzielles wie das Unendliche, das Augenblickliche oder Unermessliche kunstvoll zu verdichten. Zu gern in blaue, gelbe oder rote quadratische Acrylgläser gefrästen Linien, Schleifen, offenen und geschlossenen Kreisen oder Progressionen, die magisch aus ihrem Inneren leuchten.

Zur Ausstellung erschienen ist auch ein schön gemachtes Buch mit dem Titel „Licht und Unendlichkeit“ (Folio Verlag, 192 Seiten, viele Abbildungen, 29 Euro). Das neben Bruchs zweidimensionalem Werk auch seine vielen großformatigen Arbeiten im öffentlichen Raum dokumentiert. Ergänzt durch kluge Annäherungen an das Bruch’sche Werk von Markus Neuwirth, Andreas Hapkemeyer, Gaby Gappmayr, Peter Quehenberger sowie Wolfgang und Hildegard Neuner.

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