31-jähriger Tiroler wegen Tierquälerei verurteilt

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Innsbruck – Eine „toxische Mischung“ aus Arbeitslosigkeit, Langeweile und sexuellem Frust in der Partnerschaft hätte dazu geführt, dass er eine Faszination für gewisse Perversionen entwickelt habe, erklärte gestern ein heute 31-jähriger Angeklagter am Innsbrucker Landesgericht. Befeuert wurden die Fantasien durch den Austausch mit Gleichgesinnten in den sozialen Netzwerken.

Ausgelebt habe er diese schließlich, indem er sich zwischen 2016 und 2018 mehrfach am Hund seines damaligen Lebensgefährten sexuell verging und dabei Videoaufnahmen machte, die er auch teilte und weiterleitete. Auf dem Handy des Angeklagten fanden die Ermittler außerdem 18 kinderpornografische Bilddateien. Diese, so erklärte der Tiroler, seien ihm unaufgefordert zugeschickt worden, er habe die Bilder laut eigener Wahrnehmung auch gelöscht. Das psychiatrische Gutachten attestiert dem Mann eine „geistige und seelische Abnormität“.

Gestern zeigte sich der bis dahin unbescholtene 31-Jährige umfassend geständig, bekannte sich schuldig und gab sich geläutert: Er habe die Perversion erkannt, sich zeitweise in Behandlung begeben und alle Kontakte in die Szene abgebrochen. Inzwischen lebt und arbeitet er im Ausland. Auf die Frage, ob er damit einverstanden wäre, dass zwei konfiszierte Handys sowie eine Festplatte vernichtet werden, antwortete er: „Ja bitte. Ich will dieses Thema nie wieder in meinen Händen haben.“ Das Gericht verurteilte den Angeklagten schließlich wegen Tierquälerei und dem Besitz der Kinderporno-Dateien zu vier Monaten Haft auf drei Jahre bedingt sowie zu einer unbedingten Geldstrafe von 3360 Euro. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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Zu 14 Monaten unbedingter Haft verurteilt wurde gestern ein mehrfach einschlägig vorbestrafter 36-Jähriger. Der Mann hatte einer Bekannten damit gedroht, freizügige Bilder von ihr in den sozialen Netzwerken zu veröffentlichen, wenn sie ihm nicht 10.000 Euro überweise. Die Bilder hatte die Bekannte ihm zuvor geschickt. Zu den 14 Monaten kam noch eine alte sechsmonatige Haftstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt war. Der Mann legte volle Berufung gegen das Urteil ein. (np)


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