Wohnbau bleibt Imster Reizthema

Ab kommendem Jahr sollen in drei Baustufen 85 Wohneinheiten am Areal des Hotel Post entstehen.

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Im Altbestand des ehemaligen Hotel Post soll neben einem revitalisierten Gastronomiebetrieb auch betreutes Wohnen entstehen.
© Paschinger

Von Alexander Paschinger

Imst – Es ist und bleibt ein umstrittenes Thema im Imster Gemeinderat: die Wohnbautätigkeit. Während nämlich die Mehrheit nach wie vor für die Schaffung neuen Wohnraums zu haben ist, hat sich auf der anderen Seite rund um Wohnungsreferentin Andrea Jäger eine Opposition gebildet. Das kam am Dienstagabend deutlich zum Ausdruck, als man die Präsentation der Tigewosi für den Ausbau des ehemaligen Hotel Post im Herzen von Imst besprach. Es geht um 85 Wohnungen, die binnen fünf Jahren ab 2022 entstehen sollen.

Nach der Grobplanung soll der alte Trakt des Hotels nicht nur erhalten, sondern der Gastronomiebetrieb revitalisiert werden. „Angedacht ist, den ersten Stock samt Terrasse wieder als Restaurant oder Café zu nutzen“, erklärt Bürgermeister Stefan Weirather. Genaueres liegt noch nicht vor. In den darüberliegenden Stockwerken sollen betreubares Wohnen „oder auch Startwohnungen für junge Leute“ entstehen, so der Stadtchef weiter.

Im Post-Garten sind insgesamt drei Gebäudeteile geplant. Ein Trakt solle für Betriebe genutzt werden, in einem zweiten sollen Mietwohnungen entstehen und das dritte Gebäude Eigentumswohnungen beherbergen. „Über mehrere Jahre entstehen dann 30 Wohnungen pro Jahr“, so Weirather.

„Für wen?“, fragt in diesem Zusammenhang Stadträtin Jäger. Sie kann in ihrem Ressort, das sich mit dem städtischen Wohnungspool befasst, „keinen Bedarf“ feststellen. „Von Juli 2020 bis Juli heuer hatten wir 100 Wohnungswerber“, erklärt Jäger, monatlich würden aber zehn bis 13 Wohnungen frei. „Gerade für große Wohnungen muss ich sogar mögliche Interessenten kontaktieren“, plaudert sie aus dem Nähkästchen. Diese Bautätigkeit sei „nur für Wohnbauträger und Anleger“ interessant. Überhaupt würde sie gern als Wohnungsreferentin hinzugezogen werden, wenn Gemeinnützige in der Stadtgemeinde für neue Anlagen vorstellig werden.

Weirather hält dagegen, dass sich bei ihm in der Sprechstunde immer wieder Familien mit Wohnbedarf melden. Und „solange gebaut wird, ist der Bedarf offensichtlich“, verweist er auf die verschiedenen Bereiche Sozialwohnungen, Gemeinnützige oder auch Eigentum. Außerdem verweist er auf Großeltern, die für ihre Enkel „für später“ Wohnungen kaufen. Auch habe er sich zuletzt einige kritisierte Anlagen selbst angeschaut – „und die sind besiedelt“. Beim Thema Anlegerwohnungen falle ihm eher Innsbruck ein.

Für Jäger ist es nicht nur das Post-Areal. Es wurden auch weitere 24 Wohnungen in anderen Projekten am Dienstag beschlossen, die schon länger in der Pipeline waren.

„Wie passt das mit den Nachhaltigkeitsrichtlinien, die wir auch am Dienstag beschlossen haben, zusammen?“, fragt sich Jäger. Sie ist überzeugt, dass sich das alles widerspreche.


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