Greenpeace-Check: Herkunftsangaben bei Babynahrung oft mangelhaft

Laut der Umweltschutzorganisation Greenpeace sind bereits zwei Drittel der Babynahrung in Bio-Qualität zu erwerben, Mängel gab es jedoch in Sachen Herkunft.

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© APA (dpa-Zentralbild)/Patrick Pl

Sattledt – Im neuen Greenpeace-Marktcheck hat die Umweltschutzorganisation getestet, inwieweit Konsumenten der Empfehlung der NGO nachkommen können, bei Babynahrung zu Bioprodukten zu greifen. Geprüft wurde aber nicht nur der Anteil an Bio für das Baby in Super- und Drogeriemärkten, sondern auch, woher die Zutaten kommen und ob die Herkunft klar gekennzeichnet ist. Fazit: Bereits zwei Drittel der Babynahrung ist in Bio-Qualität zu erwerben, Mängel gab es jedoch in Sachen Herkunft.

Die Nahrung für den Nachwuchs ist ein nicht zu unterschätzendes Produkt: Im Baby Food Report für das Jahr 20215 wird das Segment in Österreich mit rund 155 Millionen Euro beziffert, berichtet Greenpeace. Die Bedeutung für den Handel zeige sich auch an der wachsenden Regalfläche in den Märkten: Insgesamt sind im Schnitt immerhin 130 Produkte im Supermarktregal zu finden, bei den Drogeriemärkten sind es sogar 560. Anhand eines Warenkorbs mit zehn Produkten hat die Umweltschutzorganisation abgefragt, wie viel Bio im Gläschen oder Brei steckt und von wo die Rohstoffe stammen. Der Bio-Anteil in den Märkten lag im Schnitt bei 65 Prozent, doch wer wissen will, woher die Hauptzutaten des Produkts kommen, der findet oft keine Antwort.

Unklar, aus welchem konkreten Land Rohstoffe kommen

Die Hauptzutaten stammen laut dem Marktcheck zwar bei rund 70 Prozent der geprüften Produkte aus der EU, aus welchem konkreten Land die Rohstoffe jedoch kommen, ist meistens unklar. Für die Umwelt und auch die Gesundheit wäre diese Information jedoch relevant, argumentiert die NGO, denn kommen die Rohstoffe außerhalb der EU, dann seien damit nicht nur lange Transportwege verbunden, die dem Klima schaden, auch die Zutaten der Babykost können bei konventioneller Produktion mit Pflanzengiften belastet sein, die in der EU verboten sind.

Greenpeace fordert daher rasche Verbesserungen: "Für Babynahrung braucht es eine Herkunftskennzeichnung, die ihren Namen auch verdient. Bio aus der Region muss bei Brei und Co. künftig ganz einfach zu erkennen sein. Davon profitiert nicht nur das Kind, sondern auch die Umwelt," wünschte Gundi Schachl, die Leiterin des Greenpeace-Marktchecks.

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Zutat Palmöl als Problem

Problematisch ist für die NGO auch die Zutat Palmöl, das in rund einem Drittel der untersuchten ölhaltigen Produkte zu finden war, darunter etwa Babymilch. Um das Öl zu gewinnen werden in Ländern wie Brasilien vermehrt auch Regenwälder gerodet und damit die Klimakrise vorangetrieben, so Greenpeace. Dass es auch ohne Palmöl in der Babynahrung geht, zeigen bereits einige Hersteller. Sie verwenden stattdessen regionales Raps- oder Sonnenblumenöl aus europäischem Anbau.

Was die Einzelhändler betrifft, so konnte beim Marktcheck Hofer bei den Supermärkten mit einem "sehr gut" den ersten Platz einnehmen, bei den Drogeriemärkten konnte DM besonders überzeugen nahm hier den ersten Platz vor Müller ein, beide kassierten dabei die Wertung "gut" – alle übrigen Anbieter konnten bis auf eine Ausnahme die Note "befriedigend" erreichen. (APA)


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