Maßnahmen verschärft: Nur geimpft oder mit PCR-Test in die Disco

Bund verständigte sich mit Ländern auf Restriktionen in Nachtgastro. LH Platter: „Nicht überreagieren.“

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Tanzen können nur noch Geimpfte oder Nachtschwärmer mit einem negativen PCR-Test.
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Wien, Innsbruck – Nach der gestrigen Sitzung der Corona-Taskforce der türkis-grünen Regierung mit den Ländern haben Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) und Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) neuerliche Restriktionen. „Die aktuelle Ausbreitung der Delta-Variante ist für mich Anlass zu Sorge und ein klarer Handlungsauftrag. In der heutigen Sitzung der Corona-Taskforce wurden verschiedene Handlungsmöglichkeiten besprochen und ich freue mich sehr, dass wir so schnell eine Einigung erzielen konnten“, sagte Mückstein. Aus seiner Sich bleibe das wichtigste Instrument im Kampf gegen die Pandemie die Impfung. „Sicherheit geht vor. Wir haben immer vereinbart, dass wir Maßnahmen zielgerichtet dort setzen werden, wo es notwendig ist, wenn die Infektionszahlen steigen“, fügte Köstinger hinzu.

Die Verschärfungen im Einzelnen:

  • Nachtgastronomie: Ab 22. Juli ist der Zugang zur Nachtgastronomie nur mehr für geimpfte Personen sowie Personen mit aktuellem negativem PCR-Testergebnis (maximal 72 Stunden ab Probenahme) möglich.
  • Grüner Pass: Ab 15. August gibt es das Zertifikat für den Grünen Pass erst bei vollständiger Immunisierung. Das Zertifikat wird ab dem Tag der 2. Impfung ausgestellt. Die Regelungen für Personen, die mit Johnson & Johnson geimpft werden sowie für genesene und getestete bleiben unverändert.
  • Kontaktdatenerfassung: In der Gastronomie und bei Veranstaltungen bleibt die Registrierungspflicht bis auf Weiteres verpflichtend.

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) zeigte Verständnis für die Maßnahmen, warnte zugleich aber vor „Überreaktionen“: „Wir müssen aber weg vom starren Blick auf die Inzidenz, hin zu einer genauen Beobachtung der Hospitalisierungen und der Intensivstationen. Eine Überreaktion bei steigenden Infektionszahlen ist deshalb unangebracht, die Maßnahmen und strengeren Kontrollen bezüglich der Nachtgastronomie die wir heute in der Task Force beschlossen haben, sind aber notwendig.“ Denn gerade bei den jüngeren Generationen sei der Impffortschritt noch nicht weit genug.

Sollte die Bremse zu wenig sein, gibt es auch schon Pläne etwa für Einreisen aus Risikoländern. Da soll es dann eine PCR-Test-Erfordernis geben, wobei die Liste dieser Staaten erweitert werden müsste.

Die Opposition kritisierte gestern das Vorgehen der Regierung. SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagne merkte an, dass Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) zuletzt die Pandemie quasi für beendet erklärt habe. Dies sei ein falsches Signal. Es brauche jetzt keine Träumereien oder Schönfärbereien, sondern Vernunft und Vorsicht.

FPÖ-Chef Herbert Kickl sieht die Regierung als „Panik-Orchester“: „Eine Woche vor dem geplanten Inkrafttreten ohnehin zaghafter Öffnungsschritte treten heute die schwarz-grünen Corona-Fanatiker wieder auf den Plan, um neue Schikanen zu beschließen.“ Auch die NEOS warfen der Regierung Planlosigkeit und einen „gefährlichen Hü-Hott-Kurs“ vor. Die „ständigen komplett widersprüchlichen Signale werden die Impfbereitschaft unter Garantie nicht erhöhen“, warnte NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker, der forderte, dass es für zweifach Geimpfte keine Restriktionen mehr geben dürfe. (TT)


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