Raiders-Vorstand Schwazer: „All in, oder das war es für uns“

Die Footballer der Swarco Raiders starten am Samstag (17 Uhr) am Tivoli ins Play-off-Halbfinale. Und das mit einer Krise. Panik gibt es aber keine.

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Die Swarco Raiders (schwarzer Dress) wollen sich aus der Umklammerung der aktuellen Krise lösen und den AFL-Finaleinzug schaffen
© Rita Falk

Von Daniel Suckert

Innsbruck – An drei Niederlagen en suite konnte sich Ex-Raiders-Spieler Peter Schwazer nicht mehr erinnern. Trotzdem will der Ex-Manager und jetziges Vorstandsmitglied der Swarco Raiders nicht negativ sein. Den Glauben an einen Sieg im Play-off-Halbfinale gegen die Danube Dragons hat er absolut nicht verloren.

„Der Ernst der Lage hilft der Mannschaft“, holt der Familienvater aus: „Wir gehen all in – oder das war’s. Und solche Situationen können das Ruder herumreißen.“ Eine eingehende Analyse, wie es heuer so weit kommen konnte, haben Schwazer und Co. bereits hinter sich.

🏈 Verletzungen: Zwischenzeitlich waren von elf Stammspielern gleich sieben verletzt. Das kann fast kein Team wegstecken. Schwazer: „Das waren keine kleinen Ausfälle, sondern unsere Leistungsträger. Die Kader-Tiefe hat niemand, vielleicht die Vikings (Wien, Anm.), aber selbst die täten sich hart. Du hast nun mal nicht 50 ebenbürtige Footballer.“

Auch Doktor Christian Hoser (Facharzt für Unfallchirurgie, Sporttraumatologie) hat schon gewarnt, dass sich die mehrmonatige Corona-Pause auf alle Sportarten auswirkt. Lange Zeit durften die Sportler (fast) nichts tun, auf einmal kehrt man aber wieder zurück zur vollen Belastung. Keine gute Kombination, die ebenso beim Tiroler Football-Vorzeigeclub zu spüren war.

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Neben den Verletzungen waren aber auch Abgänge zu verzeichnen: Ein Sandro Platzgummer (Running Back) ist in die NFL zu den New York Giants gewechselt und „den kannst du nicht einfach ersetzen“.

🏈 Jungspunde: Zudem gab es den nächsten Generationswechsel. Man sehe zwar Routiniers wie Sean Shelton (Quarterback) oder Kapitän Adrian Platzgummer (Wide Receiver), aber da seien nicht mehr massenhaft Spieler mit einem großen Erfahrungsschatz.

Dass man das letzte Grunddurchgangsspiel in Prag, am vorigen Wochenende, verloren hat, will Schwazer nicht überbewerten: „Da ging es um nichts mehr und eigentlich hast du dort nur versucht, dass sich nicht weitere Spieler verletzen, bevor die Play-offs losgehen.“

🏈 Fragezeichen: Eine Sache beschäftigt Schwazer aber im Hinblick auf das morgige Halbfinale: „Haben die drei Niederlagen en suite sich im Kopf verankert und kann das wieder zu vielen Fehlern führen?“

Corona-Pause, neues Trainerteam, viele Verletzungen – heuer sei laut Schwazer viel zusammengekommen, was den Prozess des Wachsens eines Teams über die Saison hinweg verhinderte: „Trotzdem bleibt der Anspruch bei den Raiders hoch. Du willst ins Endspiel und den Titel.“ Dass nun erneut die Dragons warten, sieht der ehemalige O-Liner als Vorteil: „Da bist du umso heißer. Du willst ihnen eine Rechnung präsentieren. Unsere Spieler müssen an der Ehre gepackt sein.“


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