Grundstein für neue serbisch-orthodoxe Kirche in Schwoich gelegt

Die serbisch-orthodoxe Gemeinde bekommt eine neue Heimat. Kirchenbau in Schwoich begonnen.

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So sieht nach dem Plan des Architekten Momcilo Turuntas die neue Kirche aus.
© Turuntas

Schwoich – Die Gemeinde Schwoich bekommt eine zusätzliche Kirche. Keine katholische, sondern eine serbisch-orthodoxe. Pläne für den Kirchenbau gibt es seit 2010. Damals wurde in Schwoich ein Grundstück angekauft. Eigentlich sollten die Arbeiten schon im November 2019 beginnen, verschiedene Schwierigkeiten, darunter auch die Pandemie, verlangsamten das Projekt. Die Kirche ist ein Mix verschiedener serbischer Baustile. Unter der Kirche wird ein Gemeindesaal errichtet.

Die lange Vorlaufzeit erklärt Stefan Jovanovic, Sprecher der serbisch-orthodoxen Kirche Kufstein, auch mit der Finanzierung, die nur über Spenden erfolgt. Das Geld zu sammeln habe einige Zeit benötigt. Der Bau soll Ende des Jahres fertig werden.

Die serbisch-orthodoxe Pfarrgemeinde in Kufstein besteht bereits seit 2001. Die Gläubigen feiern derzeit ihre Gottesdienste im Pfarrzentrum Endach. Die Gemeinde zählt rund 600 Familien in den Bezirken Kitzbühel, Kufstein und im Zillertal, wie Jovanovic schätzt. In Fügen im Zillertal feiern die serbisch-orthodoxen Christen Gottesdienste in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt.

Die neue Kirche ist wie die Gemeinde in Kufstein dem hl. Visarion von Erdelji geweiht. Der in Bosnien geborene Mönch Visarion war Mitte des 18. Jahrhunderts in Transsilvanien (heute Rumänien) ein lautstarker Vertreter der Orthodoxie, die sich gegen Annäherungstendenzen zur römisch-katholischen Kirche aussprach. Das brachte ihn in Konflikt mit den Habsburgern. Er wurde schließlich verhaftet und für 1744 ist sein Gefängnisaufenthalt in Kufstein dokumentiert. Es ist nicht geklärt, ob er dort ums Leben kam oder nochmals freikam.

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Daher will eine Historikerkommission in der Festungsstadt nach sterblichen Überresten des Heiligen suchen – die TT berichtete. (KAP, wo)


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