Wie Karrieren eine Wendung nehmen: Festschrift zu Khols 80er

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Heidi und Andreas Khol mit der Festschrift zum 80er.
© PD/Jantzen

Wien – Es ist eine bunte Riege von Autoren, die Thomas Köhler und Walter Mertens für eine Festschrift zum 80. Geburtstag des früheren Nationalratspräsidenten Andreas Khol versammelt haben. Etliche stammen aus dem Bereich der ÖVP, mit anderen kreuzten sich die Wege auf den politischen Stationen. Ex-ÖVP-Chef und Kanzler Wolfgang Schüssel würdigt Khol als „grundsatztreu“.

Zur Zeit von Schwarz-Blau I standen Schüssel und Khol für die Koalition mit der FPÖ. Wenige Jahre zuvor ritterten sie um die Führung der ÖVP. Den Ausschlag gegen Khol soll Helmut Kohl gegeben haben, damals deutscher Bundeskanzler.

Wie es dazu kam, schreibt der frühere CDU-Politiker Bernhard Vogel: Khol und Kohl kannten einander von internationalen Aktivitäten, schätzten einander aber nur wenig. Schließlich habe der deutsche Kohl seinen österreichischen Parteifreunden ausrichten lassen, dass er nicht mehr zum Sommerurlaub an den Wolfgangsee kommen werde, wenn Khol Obmann wird. Die ÖVP wählte Schüssel.

Heute sagt Khol, dass Schüssel die richtige Wahl gewesen sei. Mit der FPÖ habe er nichts mehr am Hut.

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Nicht in der Festschrift steht, worauf Khol nach eigenen Aussagen mit Stolz zurückblickt: den Beitritt Österreichs zur EU, der auch die Südtirol-Frage gelöst habe. Seinen Beitrag zur Lösung des langwierigen Ortstafelstreits in Kärnten. Und drei Dinge, die er verhindert habe: Kurt Krenn als Wiener Erzbischof, das Mehrheitswahlrecht und automatische Volksabstimmungen nach erfolgreichen Volksbegehren. (sabl)


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