Liste Fritz kämpft für Erhalt des Therapiezentrums „Eule“

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Markus Sint: „Die Unterfinanzierung der Eule ist dem Land Tirol seit Jahren bekannt.“
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Von Angela Dähling

Schwaz – 1300 Familien sind tirolweit von der drohenden Schließung des Therapiezentrums „Eule“ mit seinen acht Standorten betroffen. „In Schwaz sind es 155 Familien, von denen 14 den Selbstbehalt von 450 € nicht zahlen können: Weitere sieben sind teilbefreit“, erklärt Markus Sint, der sich mit der Liste Fritz vehement für den Erhalt der Therapieeinrichtung starkmacht.

Weil zehn Jahre lang die Leistungstarife durch das Land Tirol nicht angepasst worden seien, habe die Lebenshilfe als Trägerverein schließlich die Notbremse ziehen müssen. „‚Unsoziallandesrätin‘ Fischer wollte dann die 104 Mitarbeiterinnen – 14 davon in Schwaz – in die Selbstständigkeit drängen, aber fast 90 % wollen das nicht. Schließlich handelt es sich bei den Therapeuten für Ergo-, Logo- und Physiotherapie vielfach um Teilzeitkräfte und Wiedereinsteiger“, erklärt Sint.

Mit Ende August müsste das Personal gekündigt werden. „Die Mitarbeiter drohen uns davonzulaufen, wenn nicht schnellstens eine Lösung gefunden wird“, macht auch Andrea Haselwanter-Schneider deutlich. Ein Angebot der Diakonie, die „Eule“ um 4,2 Mio. € weiterzubetreiben, liege vor. „Bei den Leistungstariferhöhungen wäre es um 400.000 bis 500.000 € gegangen“, macht Sint deutlich und krititisiert: „Das Land hat 80 Millionen Euro für Gratis-Antigentests an Symptomlosen, darunter viele Gäste, ausgegeben. Aber für 1300 Tiroler Familien mit teilweise schwer behinderten Kindern fehlt das Geld.“ Seiner Ansicht nach sollten weitere Angebote für einen Weiterbetrieb eingeholt werden. LR Gabriele Fischers Plan einer „wohnungsaufsuchenden Betreuung“ bezeichnet Haselwanter-Schneider als „Luftschloss“. Weil es im niederschwelligen Bereich nicht ausreichend Therapeuten gebe und sich viele betroffene Familien das finanziell nicht leisten könnten.

Die Liste Fritz tourt derzeit durchs Land, um sich vor Ort zu informieren, wo der Schuh drückt. „In der Gastronomie ist fehlendes Personal ein großes Problem“, so ihr Resümee in Schwaz.

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