Citroën e-C4: Schweben und summen wie Gott in Frankreich

Es gibt Autos, die glücklich machen. Der neue Citroën e-C4 vereint die Komfort-Tradition früherer Tage mit Elektroantrieb.

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Als raffiniert gestyltes SUV-Coupé macht der C4 eine glänzende Figur. Dazu: 15,6 cm Bodenfreiheit.
© Fellner

Von Reinhard Fellner

Innsbruck – Innovation und Komfort waren über Jahrzehnte der Markenkern von Citroën. Nach Jahren der Belanglosigkeit haben sich die Franzosen nun wieder auf die Tradition besonnen und setzen kompromisslos auf Komfort. Gut so! Am neuen C4 zeigt sich, dass nun unter dem Doppelwinkel wieder einzigartige Autos entstehen.

So entsendet Citroën in die Kompaktklasse ein SUV-Coupé, nach dem man sich den Hals verdrehen kann. Proportionen und Details formten einen feschen Individualisten. Noch besser: Citroën ersetzte das technisch aufwändige Hydropneumatik-System durch eine konventionelle Federung mit progressivem hydraulischem Anschlag, die „Advanced Comfort Federung“. In Verbindung mit dem großem Radstand des C4 ist die Wirkung geradezu verblüffend. So schwebt man geradezu über die Straße. Kurze Stöße sind nicht zu verspüren, dafür ein feines Nachwippen wie in besten Citroën-Zeiten. Trifft so ein Fahrwerk auf einen lautlosen Elektromotor, wie im getesteten e-C4, stellt sich ein geradezu abgehobenes Komfortgefühl ein, das in dieser Preisklasse absolut einmalig ist. Jeder Kilometer steht in diesem C4 für pure Entspannung. Innen setzt sich das Wohlfühlambiente fort. Vor allem die üppig gepolsterten Frontsitze sehen sich der Bequemlichkeit verpflichtet.

Dazu hat Citroën in der Bedienung einen Mittelweg zwischen Tradition und Digitalisierung gefunden, der überzeugt. Viel ist natürlich digital, aber alles Alltägliche lässt sich per Drehrad bedienen.

Der Gang-Wahlschalter ist nur noch eine Wippe. Stellung auf „D“ und los geht’s – lautlos. Dem Auto entsprechend übrigens ganz homogen in der flauschigen Kraftentfaltung. Wer die 260 Newtonmeter des E-Motors spüren will, geht einfach auf „Sport“ und beschleunigt in unter zehn Sekunden auf 100 km/h. Aber bitte nicht allzu oft, sonst schmilzt die Reichweite der 50-kWh-Batterie dahin.

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Typisch E-Auto: In einer warmen Woche lag die TT mit 354 Kilometern einmal sogar über der Werksangabe (350). Forscher Gasfuß macht daraus aber auch schnell 270 Kilometer. Fachzeitschriften berichteten im Winter von gerade noch 200 Kilometern Reichweite. Fürs tägliche Pendeln durch Tirol völlig ausreichend, zumal der e-C4 über einen Vorteil verfügt: Für seine Preisklasse lädt er recht schnell. An den gebräuchlichen 11-kWh-Boxen lädt er serienmäßig dreiphasig in fünf Stunden voll. An 100-kWh-Ladesäulen lädt der e-C4 bereits in 30 Minuten wieder von 0 auf 80 Prozent. Für die restlichen 20 Prozent sollte man dann aber noch ein paar Minütchen einkalkulieren. Am besten entspannt mit einem Buch – ganz dem Wesen des Autos entsprechend. Auch der Einstieg regt nicht auf: Ohne Förderungen gibt’s für 37.150 Euro quasi Vollausstattung.

Die Technik

E-Motor: Perm.err. Synchronmotor

Batteriekapazität: 50 kWh

Drehmoment: 260 Nm

Leistung: 100 kW/136 PS

L/B/H: 4355/1800/1520 mm

Gewicht: 1616/2000 kg

Kofferraumvolumen: 380–1250 l

On-Board-Charger: 11 kW, 3-phasig

Höchstgeschwindigkeit: 150 km/h

0–100 km/h: 9,7 Sekunden

Verbrauch: 18,2 kWh/100 Kilometer

Kraftübertragung: Frontantrieb

Preis: (Shine) 37.150 Euro

CO2-Emission: 0 g/km


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