TT-Café legte ein gelungenes „Comeback“ in Innsbruck hin

Schmackhaftes Frühstück, lockere Stimmung und jede Menge spannender Gäste: Die TT-Café-Tour startete am Samstag beim Innsbrucker Dez voll durch.

  • Artikel
  • Fotogalerie
  • Diskussion
Reger Andrang herrschte beim Auftakt zur heurigen TT-Café-Frühstückstour vor dem Innsbrucker Einkaufszentrum DEZ – auch wenn Petrus phasenweise noch nicht ganz mitspielte.
© Michael Kristen

Innsbruck –Trotz regnerisch-trüben Wetters war am Vorplatz des Innsbrucker Dez am Samstag heitere Sommerstimmung angesagt. Beim ersten TT-Café nach der Corona-Pause nahmen viele Besucher das Angebot eines gemütlichen Gratis-Frühstücks mit Kaffee von Wedl/Testa Rossa, Gebäck aus der Hofer Backbox, Silberquelle-Mineralwasser und Musik von Prime Time gerne an. Bestens organisierte 3-G-Kontrollen am Einlass sorgten für ein rundum sicheres Gefühl.

Dazu konnten TT-Chefredakteur Alois Vahrner und Moderatorin Lisa Kuprian blendend gelaunte Gäste auf der Bühne begrüßen: „Hausherr“ BM Georg Willi sah Innsbruck insgesamt auf einem guten Weg durch die Pandemie – und appellierte an die Bevölkerung, das Gratis-Impfangebot wahrzunehmen. Die Diskussion über eine Impfpflicht werde „auch in Österreich zumindest für bestimmte Berufe zu führen sein“.

Bilder vom TT-Café

1 von 7

BM Georg Willi nahm zu stadtpolitischen Aufregern Stellung.

BM Georg Willi nahm zu stadtpolitischen Aufregern Stellung.

© Michael Kristen

Kultur-Talk: Christina Alexandridis und Bernhard Schlögl.

Kultur-Talk: Christina Alexandridis und Bernhard Schlögl.

© Michael Kristen

>

In Sachen Stadtpolitik verteidigte Willi seine jüngste Entscheidung, den Antrag auf ein Doppelbudget abzulehnen. Er sehe dafür im Stadtrecht keine Grundlage – nun werde eben geprüft, ob seine Rechtsauffassung halte. Für die Menschen sei all das, verglichen mit drängenden Zukunftsfragen wie dem Klimawandel, nur eine „sekundäre Frage“, glaubt Willi.

Katja Tersch, als LKA-Leiterin Tirols oberste Kriminalistin, erzählte, wie sie einst dem Ruf der Liebe folgte („Es gibt in Tirol nicht nur eine wunderbare Landschaft, sondern auch wunderbare Männer“) und warum es manchmal gut ist, wenn man Kinder fernsehen lässt: Ihren Berufswunsch fasste sie nach einem TV-Beitrag über Frauen bei der Wiener Polizei. Tersch berichtete vom Anstieg der Cyberkriminalität in Corona-Zeiten („Auch die Täter waren im Home-Office“) und vom Ziel, die Schere zwischen einem sinkenden Sicherheitsgefühl vieler Bürger und der eigentlich rückläufigen Kriminalstatistik zu schließen.

Geschlossen war lange Zeit der Kulturbereich: An ein „ständiges Auf und Ab zwischen Hoffen und Bangen“ erinnerte sich Christina Alexandridis, Schauspieldirektorin und Chefdramaturgin des Tiroler Landestheaters. Gerade der unmittelbare Publikumskontakt habe den Schauspielern schmerzlich gefehlt. Die Krise habe aber auch gezeigt: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.“ Nun sei der Hunger nach Kultur enorm – und das persönliche Feedback des Publikums großartig.

Bernhard Schlögl, neuer künstlerischer Leiter der Innsbrucker Promenadenkonzerte, zog trotz teilweisem Wetterpech und Corona-Auflagen zufrieden Bilanz über die erste Hälfte der Konzertreihe. Mit Bläsern der Wiener Symphoniker und Münchner Philharmoniker oder dem Mozarteumorchester Salzburg stehen noch viele Highlights an. Sein Ziel: „Eine Brücke von der hohen Kunst zur breiten Bevölkerung bauen – und Lust auf mehr wecken.“

Lust auf mehr hat auch der Nordische Kombinierer Lukas Greiderer, der sich direkt vor dem nächsten Trainingslager Zeit fürs TT-Café nahm. Mit dem heurigen WM-Gold im Team-Sprint habe er sich einen „Lebenstraum“ erfüllt – eine Olympia-Teilnahme 2022 wäre ein weiterer. Zentral für einen Erfolg in den gegensätzlichen Sportarten Langlaufen und Skispringen sei, „in sich die Mitte, die Balance zu finden“.

„Eiserne Disziplin“ habe er einst auch beim Tanzkurs mit Ferry Polai gebraucht, scherzte Greiderer. Polai freut sich, dass die Leute – nach der für die Branche so schwierigen Corona-Zwangspause – „wieder gerne zu uns kommen. Wir sind bereit.“ Wie gut Tanz für Körper, Seele und Wohlbefinden ist, zeigt keiner besser als Polai selbst. Mit bald 77 präsentierte er sich energiegeladen wie immer.

Im letzten Gesprächsblock erläuterte Michael Perger, Obmann des neuen Innsbrucker Zentrumsvereins, wie man die Aufenthaltsqualität im Stadtzentrum weiter steigern wolle – Motto: „Hell, sicher, sauber“. Ziel sei es, das historische Ambiente mit einer „erfrischenden Inszenierung“ zu verbinden. Den Beschluss, die Altstadt-Baustelle von fünf Jahren auf eines zu komprimieren, lobte er als „,mutigste Entscheidung der Stadtregierung“, Ähnliches wünsche man sich auch künftig. In der Altstadt sei der Trend positiv (nur noch drei statt dreißig Leerstände), der Städtetourismus kämpfe aber nach wie vor massiv.

Apropos: Thomas Schroll, Geschäftsführer der Nordkettenbahnen, hat das heurige Jahr, wie 2020, „wirtschaftlich schon abgeschrieben“. Er hoffe aber, künftig wieder an den „sehr guten Tiroler Tourismus vor der Pandemie“ anschließen zu können – und warnte davor, den Tourismus „grundsätzlich zu verdammen“. Was die Zukunft des Kartenverbundes „Freizeitticket Tirol“ angeht, dem Schroll vorsteht, gebe es derzeit – nicht zuletzt wegen verpflichtender Rückzahlungen – „Diskussionen in alle Richtungen“.

Genau die gab es auch beim TT-Café wieder – ebenso wie das gewohnte Finale mit der Ziehung des großen Gewinnspiels: Über einen 300-Euro-Einkaufsgutschein vom Dez freute sich Brigitte Peer, je eine Testa-Rossa-Kaffeemaschine gewannen Anna Platzgummer und Walter Peer. (md)


Kommentieren


Schlagworte