Zeltlager am Plansee: Elf Nutellabrote auf einen Streich

70 Jungscharkinder und fast 30 Helfer erlebten ein besonderes Gemeinschaftserlebnis im Zeltlager am Plansee.

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Der Regen konnte den Jugendlichen nichts anhaben.
© Fabian Eisele

Von Helmut Mittermayr

Reutte, Breitenwang – „D’ Schnatter hot num aufkhert“, wie man in Reutte sagt. Als die Kinder am Samstag wieder nach Hause kamen, wurde erzählt und erzählt und erzählt. So beeindruckend waren die Erlebnisse der vergangenen Tage für die Buben und Mädchen gewesen. Das Jungscharlager Breitenwang/Reutte war im so genannten Neidernach, Flurname für ein Wald- und Wiesenstück nahe dem Plansee, über die Bühne gegangen. 70 Kinder von acht bis 15 Jahren und 24 Gruppenleiter hatten dem Wetter getrotzt und sich mit ihrer Beharrlichkeit eine unvergessliche Woche geschaffen. Keine Handys – ein paar Tage ganz Kindsein. Auch Elternkontakt war nicht vorgesehen.

Dekan Franz Neuner bezeichnet die kleine Zeltstadt gegenüber der Tiroler Tageszeitung als „schönstes Ferienlager der Welt“. Seit 30 Jahren werden dort immer gleich zu Ferienbeginn die Zelte aufgeschlagen. Es habe heuer eine „Superstimmung“ bei den Kindern der Pfarren Reutte und Breitenwang geherrscht. Neuner streicht das „tolle Engagement“ der 24 jungen Begleiter und vier Köchinnen heraus. „Da bin ich als Pfarrer mächtig stolz und dankbar“, sagt der Geistliche und verweist unter anderem auf David Wibmer, einen der Organisatoren.

Die Woche im Zeltlager wurde durchgezogen.
© Fabian Eisele

Der Angesprochene erzählt, dass sogar 33 Gruppenleiter und 85 Kinder am Start gestanden wären. Der neuerliche Corona-Ausbruch im Raum Reutte hatte einige Gruppenleiter aber in den K1- und K2-Status gehievt. Das strenge Covid-Präventionskonzept zwang sie zum Daheimbleiben. Ein weiterer, durchaus üblicher „Schwund“ trat dann noch im Laufe des ersten Tages im Lager ein. Übergroßes Heimweh sorgte für die „Übergabe“ von gut einem Dutzend Kinder an ihre Eltern beim Schranken am See – der definierten Grenze zur Jungscharwelt. Wer hingegen geblieben war, wird noch seinen Enkeln davon erzählen, wie schön es war. So mancher Gummistiefel musste nach dem „Durchlauf“ erst wieder in einer tiefen Schlammlacke gesucht werden, am Lagerfeuer wurden Lieder gesungen, Schnitzeljagden lösten Nachtwanderungen ab. Eine „Story“ zog sich durch die Woche, alle waren auf der Suche nach dem großen Schatz. Wer dabei zu nass wurde, konnte seine Kleidung im Hauptzelt an einem Heizpilz trocknen. „Trockenarbeit“ war für die Betreuer überhaupt das große Thema. Bei Unwettern wäre ein Blitzschutzcontainer zur Verfügung gestanden, wurde aber nicht benötigt.

Jeden Morgen wurden 20 Liter Milch, zehn Wecken und drei Kilogramm Nutella vertilgt. Der heurige Lagerrekord eines Kindes lag bei elf Nutellabroten zum Frühstück. Die Bewunderung der anderen war ihm gewiss. 150 Bananen im Zuge einer Jause oder 200 Hotdogs zum Abendessen lassen die Dimensionen erahnen. Das Mittagessen sponserte wie all die Jahre die Werksküche von Plansee kostenlos. Überhaupt stellten viele heimische Unternehmen wieder Sachleistungen zur Verfügung, was diese Woche der gemeinschaftlichen Erlebnisse und Abenteuer Jahr für Jahr erst ermöglicht.

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