Mehrere Orte in Niederösterreich zu Katastrophengebieten erklärt

Nach den starken Unwettern und den Überschwemmungen beruhigt sich die Lage in Niederösterreich. Es wird bereits aufgeräumt. Nun werden die großen Schäden immer sichtbarer.

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Starkregen hatte in der Nacht auf Sonntag die Feuerwehren gefordert. Im Bild die Situation in Furth (Bez. Krems).
© GERNOT ROHRHOFER

St. Pölten – Nach den starken Regenfällen vom Wochenende sind am Montag mehrere Orte in Niederösterreich zu Katastrophengebieten erklärt worden. Betroffen sind nach Angaben des Landes Neuhofen a. d. Ybbs, Ferschnitz und Euratsfeld im Bezirk Amstetten, Paudorf und Furth (beide Bezirk Krems) sowie Aggsbach-Dorf in der Gemeinde Schönbühel-Aggsbach (Bezirk Melk). LHStv. Stephan Pernkopf (ÖVP) sicherte in Absprache mit Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (beide ÖVP) rasche Hilfe zu.

Verzeichnet wurden in den betroffenen Gebieten schwere Schäden an Privathäusern und an der Infrastruktur. In Ferschnitz war auch eine Brücke weggerissen worden, wodurch der Ort vorübergehend unerreichbar wurde. Bereits am Sonntag war dort - wie auch in Neuhofen a. d. Ybbs - Zivilschutzalarm ausgelöst worden. In und um Paudorf und Furth war ein schweres Gewitter niedergegangen, binnen zwei Stunden hatte es am Sonntagnachmittag rund 150 Liter pro Quadratmeter geregnet. 120 Gebäude wurden überflutet, mehrere Brücken verklaust und kleinere Straßenabschnitte zerstört, bilanzierte die Feuerwehr Krems.

Auch im Raum Höbenbach (Bez. Krems) kam es zu Überschwemmungen.
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Pernkopf machte sich am Montag selbst ein Bild von der Lage in den Hochwasserregionen und kündigte an, dass demnächst Schadenskommissionen zusammenstellt werden, die eine Bewertung vornehmen sollen. Die Anweisung der Hilfsgelder werde durch das Land NÖ binnen Tagen erfolgen. Pernkopfs Dank galt den Einsatzkräften und zahlreichen couragierten Personen. "Die Nachbarschaftshilfe ist spürbar", betonte der Landesvize.

Pegelstände entlang der Donau gefallen

Gefallen sind indes die Pegelstände entlang der Donau. Nach Angaben des Hydrographischen Dienstes des Landes wurden die Spitzen an den meisten Messstationen spätestens am Vormittag erreicht, ein weiterer starker Anstieg wurde auf APA-Anfrage nicht erwartet.

Der Wasserstand der Donau bleibe "den ganzen Tag sehr hoch und fällt sehr langsam", hieß seitens des Hydrographischen Dienstes. Es sei daher weiterhin Vorsicht geboten. Mit einer Entspannung der Situation entlang des Flusses rechneten die Feuerwehren. Sprecher Franz Resperger berichtete davon, dass "die große Katastrophe ausgeblieben" sei. Verzeichnet wurden kleinere Überflutungen, etwa in Kritzendorf, einer Katastralgemeinde von Klosterneuburg (Bezirk Tulln).

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Durchwegs angespannt hatte sich die Lage an der Donau in der Nacht auf Montag gezeigt. An der Messstelle in Kienstock (Bezirk Krems) war der Pegel zwischenzeitlich bei beinahe acht Metern gelegen. Am Montagnachmittag wurde dort laut den Wasserstandsnachrichten des Landes ein Wert von 707 Zentimetern verzeichnet.

Bereits am Sonntagabend hatte in den von Unwettern betroffenen Gebieten in den Bezirken Melk, Scheibbs, Krems, St. Pölten, Tulln, Mödling und Korneuburg ein erstes Aufräumen begonnen. Am Montag ging dies "im großen Stil" weiter, sagte Resperger, denn: "Die Schäden sind beträchtlich." Die Tätigkeiten der Helfer werden "in den nächsten Tagen andauern", ein Ende sei aktuell "noch gar nicht abschätzbar". Als Einsatzbereich galt u.a. das Befreien von Fahrbahnen vom Schlamm.

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Unterstützung gab es dabei vom NÖ Landesstraßendienst. Mehr als 150 Mitarbeiter waren seit Sonntag mit Lkw, Schneepflügen und diversen Maschinen in mehreren Regionen des Landes unterwegs. Wegen Vermurungen bzw. wegen des Aufbaus des Hochwasserschutzes zwischenzeitlich gesperrt waren die B 33 bei Mautern (Bezirk Krems) sowie die B 3 von Weitenegg (Bezirk Melk) bis Krems. Wegen eines Felssturzes nicht befahrbar war Montagmittag die L 6248 in der Gemeinde Ernsthofen (Bezirk Amstetten).

Finanzielle Hilfe wurde von der Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) zugesichert. Für Schäden am Hauptwohnsitz können Mitglieder eine Direkthilfe von bis zu 1000 Euro für Reparatur- und Sanierungsmaßnahmen beantragen. Keinen Anspruch gib es laut einer Aussendung, wenn eine vollständige Deckung durch eine Versicherung besteht. Schnelle und unbürokratische Unterstützung stellte auch die Caritas in Aussicht. (APA)

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