Innsbrucker „Kulturquartier“: Hoffnung auf ein neues „Juwel“

Zwei verschiedene Straßenbeläge, mehr Wasser und mehr Grün, Sicherheit durch Poller und Mobiliar: Einträchtig präsentierte die Ex-Viererkoalition die Details zum „Kulturquartier“.

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Die Erwartungen an die Neugestaltung sind groß – v. l. StR Elisabeth Mayr, StR Christine Oppitz-Plörer, Christian Müller (Amt für Tiefbau), BM Georg Willi, Vize-BM Johannes Anzengruber und StR Uschi Schwarzl.
© IKM/Darmann

Innsbruck – Auch wenn der Vorlauf holprig war (und der Rechtsstreit ums Doppelbudget schon wieder heftig auf die kollektive Stimmung drückt): Für die Neugestaltung des Straßenraums rund ums Haus der Musik hat sich die ehemalige Innsbrucker Viererkoalition doch noch zusammengerauft. Und so wird das „Kulturquartier“ zwischen Universitätsstraße und Rennweg, von der Sillgasse bis zur Herrengasse, bald ein frisches Antlitz erhalten.

Wichtigste Neuerung ist die bauliche Umsetzung der geplanten Begegnungszone mit einer durchgehenden barrierefreien Verkehrsfläche. Zwei Belagsarten kommen zum Einsatz: Entlang der historischen Fassaden (Hofburg, Hofkirche, Theologische Fakultät) entsteht, wie vom Beirat nach dem Stadt- und Ortsbildschutzgesetz noch eingefordert, ein breiter Streifen aus Herschenberger Granit, bekannt vom Landestheater-Vorplatz, allerdings nun mit quadratischen Steinen sowie ungebundener Bauweise, damit Wasser versickern kann. Die restliche Fläche wird, wie vor dem Haus der Musik, mit gegossenem Beton gestaltet. Hinzu kommen vergrößerte Grünflächen rund um die Blutbuche und die einstige Schwarzkiefer, Baumneupflanzungen, Kühlung durch Wasserspiele und Trinkbrunnen sowie ein Beleuchtungskonzept mit natürlicherer Lichtfärbung und reduzierter Fassadenbestrahlung. Die Gesamtkosten betragen 5,3 Mio. Euro, eine begleitende Kostenkontrolle ist fix.

BM Georg Willi (Grüne) zitierte den bedeutenden Tiroler Architekten Horst Parson, wonach „ein Platz so gut ist wie die ihn umgebende Architektur“. Diese sei hier – von der Hofburg bis zum Haus der Musik – „traumhaft“, die Platzgestaltung folge nun.

Corona habe gezeigt, wie wichtig der öffentliche Raum für die Menschen ist, meinte Mobilitätsstadträtin Uschi Schwarzl (Grüne), auch Veranstaltungen würden sich künftig noch stärker dort abspielen. Die nunmehrige Aufwertung – angedacht ist ja, dass das Areal ab späterem Nachmittag bzw. abends zur temporären Fußgängerzone wird – werde auf die gesamte Umgebung ausstrahlen. Und: „Jede Straßenraumgestaltung, die Füßen und Zweirädern mehr Platz gibt, ist auch ein Beitrag zum Klimaschutz.“

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Allein 400.000 Euro flössen in Sicherheitsvorkehrungen, betonte Vize-BM Hannes Anzengruber (ÖVP): Zur Absicherung der Begegnungszone bzw. von Veranstaltungen ist eine Kombination aus versenkbaren Pollern und Sicherheitsmöblierung geplant. Zusammen mit den nötigen Anschlüssen, die nun finalisiert werden, ergebe das künftig „ideale Voraussetzungen für Veranstaltungen“.

Die Platzgestaltung sei auch eine „soziale Investition“, ergänzte StR Elisabeth Mayr (SPÖ): „Hier wird ein großer konsumfreier Raum geschaffen“ – die Jugend habe den Platz ja schon jetzt erobert.

Für StR Christine Oppitz-Plörer (Für Innsbruck, FI) wird aus einem „Hinterhof der Altstadt“ ein „attraktiver, international herzeigbarer Platz“, der alle Generationen zum Verweilen einladen und die Altstadt „massiv vergrößern“ werde. FI hat zudem einen Prüfantrag eingebracht, inwieweit der Pavillon vor dem Landestheater zu einer hochwertigen WC-Anlage umgestaltet werden kann. Ein weiterer FI-Antrag schlägt die Schaffung von Taxi-Standplätzen am Rennweg nördlich des Pavillons für die Fußgängerzonenphasen vor – untertags sollen die Taxler am gewohnten Platz stehen.

Als Nächstes folgt nun das Ausschreibungsverfahren, im Oktober sollen die Vorarbeiten starten, im Frühjahr 2022 die eigentlichen Bauarbeiten. Mit der Fertigstellung des neuen, noch namenlosen (Vor-)Platzes ist frühestens im Sommer 2022 zu rechnen. (md)


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