Schmierereien am Kraftwerk Kniepass: Belohnung ausgelobt

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Mehrere Mauern im Kraftwerk Kniepass wurden verunziert.
© EWR

Pinswang, Pflach – Zu einem ungewöhnlichen Schritt sehen sich die Reuttener E-Werke (EWR) veranlasst. Sie loben 500 Euro für zweckdienliche Hinweise aus, um Zeugen zu finden, die sachdienliche Hinweise zu Schmierereien am Kraftwerk Kniepass in Pinswang geben könnten. Vor wenigen Tagen haben Unbekannte Mauern des Kraftwerks großflächig mit Graffiti verunstaltet. „Der Schaden ist noch nicht bezifferbar, aber wird wohl in die Tausenden Euro gehen“, erklärt EWR-Vorstand Christoph Hilz. Es hänge nun vor allem vom betroffenen Material, also dem Untergrund ab, wie kostspielig die Sanierung ausfallen wird. Bei den EWR habe man solche Aktionen schon erlebt. Die Mauern eines anderen Kraftwerks mit hellgrüner Außenfarbe seien schwarz besprüht worden. Der Aufwand zur Sanierung sei damals enorm gewesen.

Hilz ist im aktuellen Fall wirklich verärgert: „Das ist reine Sachbeschädigung. Zum Nachbarn steigt ja auch niemand hinüber, um dessen Haus zu verunstalten. Aber hier macht man es. Auch bei E-Werken muss der Schaden bezahlt werden.“ Hilz hofft, dass Kameras die Graffitischmierer künftig vermehrt abschrecken werden.

Besonders bitter – die dort arbeitenden EWR-Mitarbeiter seien wütend und zornig – stößt vielen EWlern der Umstand auf, dass ein größeres Instandsetzungsprojekt am Kraftwerk Kniepass in diesem Bereich gerade abgeschlossen wurde. Und genau diese neuen Mauern und Flächen sind nun beschmiert worden.

Das EWR-Kniepass-Gesamtprojekt ist 14 Millionen schwer: Neue Turbinen und Generatoren sind eingebaut, allein die Fischleiter schlägt mit 1,5 Mio. Euro zu Buche. Jetzt fehlt nur noch ein zusätzliches drittes, sieben Millionen teures Wehrfeld, das im Hochwasserfall geöffnet werden kann und einen Rückstau des Lechs nach Pflach, wie 2005 passiert, verhindern soll. EWR-Chef Christoph Hilz: „Wir sehen hier unsere Verantwortung und nehmen sie auch wahr.“ (hm)


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