Schneller Einsatz verhinderte nasse Pfoten im Tierheim Reutte

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Am Samstagvormittag schien das Reuttener Tierheim in der Lüss unter­zugehen. Viel höher stieg das Wasser aber nicht mehr.
© Gieringer

Von Helmut Mittermayr

Reutte – Acqua alta ist für das Team des Tierheimes Reutte nichts völlig Ungewöhnliches, zumindest kann an diesem tiefgelegenen Standort in der Lüss hohes Wasser nie ausgeschlossen werden. Wenn die Lechfluten schon zu hören sind oder die Niederschläge ein ungewöhnliches Ausmaß annehmen, dann wird zweimal hingesehen, bevor das Team nach Hause geht.

Freitagabend schien noch alles in Ordnung, Samstagfrüh war es plötzlich höchste Zeit, die Insassen des Tierheims ins Trockene zu bringen. Das Grundwasser am Gelände stieg schnell an. „Drei Hunde, 25 Katzen und sechs Kaninchen wurden sofort evakuiert und fanden ein zwischenzeitliches Zuhause. Es war wirklich erfreulich, dass sich an die 20 Besorgte meldeten, mithalfen und Tiere aufnahmen“, erklärt Ferdinanda Gieringer, Leiterin des Tierheims. Positiver Nebeneffekt: So mancher Tierheiminsasse kehrt nicht mehr zurück und hat ein neues Zuhause gefunden, freut sich Gieringer. Das Wasser war schlussendlich nicht ins Haus eingedrungen, aber Freigehege wie das Katzenhaus waren betroffen. Auch wenn der Schaden laut Gieringer „nicht dramatisch ist“, füllte sich am Montag schnell ein Container mit nicht mehr Verwendbarem.

Reuttes Bürgermeister Günter Salchner hofft in Sachen Lüss, dass die BH Reutte schnell entscheidet. Ein seit Jahren anhängiges Zwölf-Millionen-Hochwasserschutz-Großprojekt ist baureif, wenn die Behörde ihren wasser-, naturschutz- und forstrechtlichen Sanktus erteilt. „Erst am 7. Juli hat in der Sporthalle eine finale Verhandlung mit allen Beteiligten stattgefunden“, weiß Salchner. Und weiter: „Für uns wäre ein Bescheid spätestens im September ganz wichtig, um noch rechtzeitig das Ansuchen um die Bundesförderung in Höhe von 85 % stellen zu können.“


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