Auch für Mopeds wird es in Innsbruck immer enger

MÜG-Mitarbeiter verteilten in der Vorwoche in Innsbruck zahlreiche Organmandate an Zweiradlenker.

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MÜG-Mitarbeiter klemmten in der Vorwoche zahlreiche Organmandate an falsch geparkte Mopeds und Motorräder.
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Innsbruck – Um dem Verkehrschaos zu entgehen, setzen immer mehr Innsbrucker auf Mopeds und Motorräder. 10.000 sind mittlerweile allein in der Landeshauptstadt angemeldet, Tendenz weiter steigend. Allerdings wird es auch für die Besitzer von einspurigen Kraftfahrzeugen zunehmend schwieriger, einen legalen Parkplatz in der Innenstadt zu ergattern.

„Ich weiß schon gar nicht mehr, wo ich meinen Roller hinstellen soll“, klagt etwa ein Betroffener: „Erst vor einer Woche habe ich in der Wilhelm-Greil-Straße einen Strafzettel bekommen. Den Parkplatz habe ich schon öfter benutzt, bisher immer problemlos.“ Der Innsbrucker war kein Einzelfall – Mitarbeiter der Mobilen Überwachungsgruppe (MÜG) haben zahlreiche Organmandate an die Bremshebel von Mopeds und Motorrädern geklemmt. Gemeinderat Gerald Depaoli, selbst motorisierter Zweiradler, schätzt, dass 30 bis 40 Strafzettel in nur zwei Tagen verteilt wurden. Depaoli vermutet Abzocke und will das einspurige Parkproblem im Gemeinderat thematisieren.

Eine Aktion scharf sei aber nicht im Gang, beruhigt Thomas Koland, stv. Leiter der MÜG: „Allerdings erhalten wir immer wieder Anzeigen von Privatpersonen und die können wir nicht ignorieren, wir müssen einschreiten.“ Vizebürgermeister Johannes Anzengruber (VP) ergänzt, dass es keineswegs politische Absicht sei, Mopeds und Motorräder aus der Innenstadt zu vertreiben. Im Gegenteil – Anzengruber sieht in den Krafträdern eine durchaus sinnvolle Alternative zu den Pkw. Zumal „ohnehin immer mehr umweltfreundliche Elektroroller unterwegs sind“.

Dass die Parkplätze für Einspurige knapp werden, liegt auch an der Einrichtung der Begegnungszonen beispielsweise in der Wilhelm-Greil-Straße oder auch Erlerstraße. In diesen Bereichen ist das Parken grundsätzlich verboten und nur noch auf eigens ausgeschilderten Flächen erlaubt. Das gilt für Pkw ebenso wie für Vespas und Co. Aber auch die Anrainern vorbehaltenen Parkbereiche sind für einspurige Fahrzeuge Tabuzonen.

Und wer sein Moped oder Motorrad zwischen die Metallbügel der Fahrrad-Parkplätze stellt, riskiert ebenfalls ein Organmandat. Besonders dann, wenn sich die Fahrradabstellplätze auf den Gehsteigen befinden. Weil Motorräder und Mofas auf Gehsteigen – egal, wie breit – grundsätzlich nichts verloren haben. (tom)


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