Kramsach legt neue Bauregeln fest, reges Interesse an Gemeindeversammlung

Bei der Gemeindeversammlung am Montagabend wurde das neue Raumordnungskonzept präsentiert.

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Christian Kotai (stehend links) mit Adrian Bodisch präsentierten das neue Raumordnungskonzept.
© Hrdina

Kramsach – Einige Stellungnahmen waren im Vorfeld eingegangen, schickte BM Bernhard Zisterer voraus. Das Interesse am neuen Raumordnungskonzept war am Montagabend groß: Rund 100 Kramsacher kamen zur Gemeindeversammlung. Eine Stunde lang präsentierten die Sachverständigen Christian Kotai und Adrian Bodisch ihr Werk und stellten sich den Fragen aus dem Publikum.

Bei einer statistischen Bevölkerungsentwicklung von plus 345 Personen bzw. 144 Haushalten bis 2030 ergibt sich ein Bedarf von 7,2 ha Wohnfläche, wobei die Gemeinde über „ausreichend Baulandreserve“ verfügt, meinte Bodisch: 16 ha sind für Wohnbau gewidmet „und überwiegend unbebaut“. Insgesamt (u. a. Gewerbe) stehen 35 ha zur Verfügung, dazu 2,6 ha unbebaute und ungewidmete Fläche.

Auch Kramsach wird künftig auf eine Vertragsraumordnung setzen. An den „allgemeinen Grundregeln“ feile man, de facto sind es aber privatrechtliche Einzelverträge, die über das Grundbuch öffentlich nachvollziehbar sein werden. „Standardlösungen“ à la „ab 1500 m² Wohnfläche soll die Gemeinde ein Drittel der Einheiten vergeben“, halten juristisch nicht, erklärte Kotai.

Die Gemeinde schraubt auch an der Nutzflächendichte. Ein Viertel des Grundstücks muss mindestens bebaut werden, verwies Bodisch auf „bodensparendes Bauen“. Gedeckelt werden soll die Nutzflächendichte (D1) mit 0,5. „Das bedeutet, bei einem 500 m² großen Grundstück dürfen höchstens 250 m² Wohnnutzfläche bebaut werden.“ Im Zentrum (D2) erhöht sich dieser Wert auf 0,8 bei maximal drei Obergeschoßen. „Das ist keine städtische Bebauung, aber man bringt mehr Wohnungen unter.“

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Kritik blieb nicht aus: Die Erhebungen, auf deren Basis das Konzept erstellt wurde, seien viele Jahre alt, prangerte Ersatzgemeinderat Franz Dollinger an. Immerhin bastelt man seit 2013 an der Fortschreibung. Die naturkundliche Begehung liege zehn Jahre zurück, Kotai verwies auf eine „Überprüfung“ vor vier Jahren. Und: Das Land habe die vorgelegten Erhebungen schließlich akzeptiert. Dass teilweise seit Jahren Häuser auf als unbebaut gekennzeichneten Flächen stehen, werde man in der Zweitauflage korrigieren.

Am Donnerstag gibt es die Möglichkeit für Einzelgespräche mit Raumplaner Bodisch, Terminvereinbarung erforderlich (Tel. 5337/62633). Das Konzept liegt bis 18. August im Gemeindeamt auf. (jazz)


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