Brandgefährliche Batterien: Elektro-Mofa ging in Flammen auf

In Wiesing fing ein Elektro-Mofa Feuer. Der Löscheinsatz gestaltete sich schwierig.

  • Artikel
  • Video
Die Ursache für den Brand ist derzeit nicht bekannt.
© ZOOM.TIROL

Wiesing, Innsbruck – Es war ein herausfordernder Einsatz für die Freiwillige Feuerwehr von Wiesing. Am Dienstag geriet kurz nach 17.30 Uhr ein Elektro-Mofa in Brand. Der 69 Jahre alte Besitzer hatte es kurz zuvor bei einer Garage abgestellt. „Das Löschen an sich war nicht das Problem“, sagt Walter Theuretzbacher, Kommandant der örtlichen Feuerwehr. „Aber die fünf Akkus aus dem Fahrgestell zu bekommen war schwierig. Zuerst mussten sie gekühlt werden. Durch die Flammen war alles miteinander verschmolzen. Wir haben mehrere Batterien mit der Flex herausgeschnitten, sie dann in ein Wasserbad gelegt. Es ist unglaublich, was da für eine Hitze entsteht. Zum Glück ist nichts explodiert.“ Zwar konnte ein Übergreifen des Feuers auf das angrenzende Gebäude verhindert werden, der Schaden ist dennoch enorm. Verletzt wurde niemand.

📽️ Video | Elektro-Mofa brannte aus

„Prinzipiell ist der Brand eines Elektrofahrzeuges nicht gefährlicher als einer bei einem Diesel oder Benziner“, meint Dominik Hochenegger vom Tiroler Landesfeuerwehrverband. „Ist der Akku involviert oder thermisch belastet, gibt es jedoch einiges zu beachten. Mit Wärmebildkameras wird die Temperatur kontrolliert, so können die Feuerwehren abschätzen, was zu tun ist.“ Die Batterien müssen jedenfalls über einen längeren Zeitraum gekühlt werden, „damit der chemische Zersetzungsprozess in den Lithium-Akkus unterbrochen wird und diese sich nicht immer wieder aufs Neue erhitzen. Speziellen Schaum braucht es dafür nicht, das funktioniert nur mit Wasser“, sagt Hochenegger. Meistens kommt der Schlauch zum Einsatz. „Nur als absolute Notlösung wird das Fahrzeug in einen mit Wasser gefüllten Container gestellt.“

Walter Theuretzbacher fürchtet, dass sich Einsätze wie jener vom Dienstag häufen werden – auch weil sich immer mehr Menschen elektrisch betriebene Fahrzeuge anschaffen. „Da kommt auf uns Feuerwehren noch eine große Aufgabe zu“, glaubt der Wiesinger Feuerwehrkommandant. „Weil mit einem normalen Autobrand ist das nicht zu vergleichen.“ (bfk)

150 x Jahres-Vignette 2022 zu gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

Die Feuerwehr konnte ein Übergreifen der Flammen auf das angrenzende Gebäude verhindern.
© ZOOM.TIROL


Schlagworte