Wolf und Bär: Schwarzes Gremium plant Beutegreifer-Koordinationsstelle

Probleme mit Beutegreifern wollen der ÖVP-Bauernbund, die Südtiroler Volkspartei und die CSU aus Bayern künftig gemeinsam angehen.

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© Foto Rudy De Moor

Von Benedikt Mair

Innsbruck – Wolf und Bär lassen den Bauern keine Ruhe. Nicht nur hierzulande, sondern im gesamten Alpenraum fürchten Landwirte aufgrund steigender Risszahlen um ihre Existenz. Deshalb hat die Südtiroler Volkspartei (SVP) am Montagnachmittag Vertreter des ÖVP-Bauernbundes und der bayerischen CSU zum virtuellen Austausch geladen. Die christlich-soziale Runde hat vereinbart, eine grenzüberschreitende Beutegreifer-Koordinationsstelle einrichten zu wollen.

Norbert Totschnig (ÖVP-Bauernbund-Direktor): „Innerhalb der christlich-sozialen Parteien soll der Austausch intensiviert werden.“
© Tiroler Bauernbund

„Unterstützung aus Rom bekommen wir nicht“, sagt Stefan Premstaller, Landessekretär der SVP. Die nationalen Regierungen in Wien und Berlin seien ebenfalls zurückhaltend, wenn es um die Anliegen der betroffenen Regionen geht. „Auf zu neuen Ufern“, das Ruder selbst in die Hand nehmen, sei die Idee der Gruppe. Ein rein politisch schwarz gefärbtes Gremium, das sich den Raubtieren in den Weg stellt, soll die Initiative dennoch nur zu Beginn sein. „Wir wollen uns konkret abstimmen, alle Informationen zusammenlaufen lassen. Und die beim Gespräch am Montag anwesenden Teilnehmer um welche aus Slowenien und Frankreich ergänzen.“ Weil dort Beutegreifer ebenfalls für Probleme sorgen würden, meint Premstaller. Möglichst bald soll die Koordinierungsstelle eingerichtet sein. Zuerst muss aber auf „technischer Ebene“ abgestimmt werden, wie diese in die Praxis umgesetzt werden kann.

Für Österreich nahm Norbert Totschnig, Direktor des ÖVP-Bauernbundes, teil. „Innerhalb der christlich-sozialen Parteien soll der länderübergreifende Austausch intensiviert werden“, sagt er. „Ziel ist ein effektiveres Wolfsmanagement zum Schutz der Almwirtschaft. Österreichische Bundesländer, speziell Tirol und Salzburg, haben bereits Erfahrung damit. Spitzenjuristen und Experten der Verwaltung sollen besser vernetzt werden.“

Das allein ist zumindest SVP-Sekretär Premstaller nicht genug. „Am Ende des Ganzen sollen Maßnahmen stehen, die eine langfristige Unterstützung für die Bauern bedeuten.“ Für den Südtiroler bedeutet das, dass auf kurz oder lang der EU-Schutzstatus der Wölfe gesenkt wird.

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