Mehr als 17 Millionen Euro Schaden nach Hochwasser in Tirol

Noch lassen sich die Schäden nur grob schätzen, die das Hochwasser am Wochenende im Tiroler Unterland hinterlassen hat. Allein in der Infrastrukur liegen sie laut Land bei rund 17 Millionen Euro. Die privaten Elementarschäden werden noch erhoben.

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Aufräumen in Kufstein: Seit Montag werden die Spuren des Hochwassers in der Stadt beseitigt.
© Otter

Kufstein, Kitzbühel – Während drei Tage nach dem schweren Hochwasser in den Bezirken Kufstein und Kitzbühel die Aufräumarbeiten laufen, zog das Land Tirol eine erste Schadensbilanz. Auf 17 Millionen Euro werden allein die Schäden im Infrastrukturbereich – also bei Straßen, Wasserbau und Wildbach- und Lawinenverbauung – geschätzt. Wie hoch die privaten Elementarschäden sind, lässt sich noch nicht absehen.

Keller liefen voll, Straßen waren unpassierbar, die Freiwilligen Feuerwehren waren im Dauereinsatz. "Am vergangenen Wochenende hat uns die Natur einmal mehr ihre Kraft gezeigt. Wir können die Macht der Natur nicht beherrschen, als Land können wir den von Unwettern betroffenen Bürgerinnen und Bürgern aber mit schneller und unbürokratischer Hilfe zur Seite stehen", sagte Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP). Schon am Sonntag wurde den Betroffenen Hilfe aus dem Landeskatastrophenfonds bereitgestellt. Die Landesregierung hat mittlerweile den entsprechenden Beschluss gefasst.

Schäden in Millionenhöhe

Ersten Schätzungen zufolge liegt die Schadenshöhe allein in den Bereichen Landesstraßen (circa fünf Millionen Euro), Gemeindeinfrastruktur (circa fünf Millionen Euro) und Wasserbau sowie Wildbach- und Lawinenverbauung (circa sieben Millionen Euro) bei rund 17 Millionen Euro. Die privaten Elementarschäden werden derzeit erhoben.

"Betroffene Bürgerinnen und Bürger können über den Landeskatastrophenfonds direkt um Unterstützung ansuchen. Auch wenn uns zu privaten Elementarschäden momentan noch keine genauen Zahlen vorliegen, ist ersten Schätzungen zufolge auch hier von Schäden in Millionenhöhe auszugehen“, sagte LHStv Josef Geisler (ÖVP). Es wird eine Beihilfe in Höhe von 50 Prozent des geschätzten Schadens gewährt, wovon die Hälfte sofort ausbezahlt wird.

Im Namen der Landesregierung ging der Dank von Platter, Geisler und LHStvin Ingrid Felipe (Grüne) an alle, die seit dem Wochenende im Einsatz stehen. "Unser Dank gilt allen, die sich in den vergangenen Tagen in den Dienst der Gemeinschaft gestellt und mitangepackt haben. Solche Ereignisse stellen jedes Mal aufs Neue eine große Herausforderung dar, dennoch meistern wir sie gemeinsam."

23 Millionen Euro für den Hochwasserschutz in diesem Jahr

In den Hochwasserschutz investiert Tirol allein heuer 23 Millionen Euro. "Die Erkenntnisse vom vergangenen Wochenende fließen in weitere Planungen mit ein. Die vorhandenen Gefahrenzonenpläne am Ziller, der Brixentaler Ache oder der Kitzbüheler Ache haben sich als richtig erwiesen, die ausgewiesenen Überflutungsflächen stimmen mit den tatsächlichen Überschwemmungen überein", erklärte Geisler. Schutzbauwerke haben dem Wasser zugleich standgehalten. Damit seien Siedlungsräume vor größeren Schäden geschützt worden.

Beim Hochwasserschutz werde auch großer Wert auf Nachhaltigkeit gelegt. "Da davon auszugehen ist, dass solche Unwetterereignisse auch in Tirol zukünftig noch häufiger auftreten werden, ist es wichtig, präventive und zielgerichtete Maßnahmen zu setzen, um die entstehenden Folgekosten zu minimieren", sagte Ingrid Felipe. Es gehe auch darum, den Gewässern wieder mehr Raum zu geben, die Mündungsbereiche der Zubringerflüsse zu revitalisieren und dadurch den ökologischen Zustand möglichst im Einklang mit dem Hochwasserschutz zu verbessern. (TT.com)


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