Der Ball rollt wieder in Tirol: Die Lust auf mehr sitzt vielerorts

Mit 78 Spielen wird die Saison im Tiroler Fußball-Unterhaus am kommenden Wochenende vorzeitig eröffnet. An der Spitze steht die aufgestockte tt.com Regionalliga Tirol mit einem Live-Match pro Runde.

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Es geht, wie hier beim Kerschdorfer-Tirol-Cup-Finale zwischen Kitzbühels Andreas Wörndl (l.) und Schwaz-­Kapitän Tobias Vogler, wieder zur Sache.
© Rudy De Moor

Innsbruck – Nachdem der Tiroler Fußballverband im Gegensatz zu vielen anderen Landesverbänden dank langem Zuwarten noch eine Wertung für die abgelaufene Saison vornehmen sowie den Kerschdorfer Tirol-Cup zu Ende spielen konnte, wartet auf die Unterhaus-Kicker nach den Cup-Vorrunden (TFV, ÖFB) in ein paar Tagen der frühe(ste) Meisterschaftsauftakt.

„Wir beginnen deswegen so früh, weil wir nicht wissen, wie sich die Situation mit dem Coronavirus weiterentwickelt. Und wir wollen nicht ein weiteres Mal in die Enge getrieben werden“, erläutert TFV-Präsident Josef Geisler. Ein Blick ins Feld.

S wie Super League: Die heißt auf heimischem Boden in der kommenden Spielzeit ganz sicher tt.com Regionalliga Tirol, die sich mit zwölf Teams und den besten heimischen (Amateur-)Fußballern von Imst bis Kitzbühel erstreckt. Die Ambitionen sind von West bis Ost groß, beim FC Kufstein stiegen Sponsoren aus Kamerun ein, die den FCK in weiterer Folge und nach einem etwaigen Aufstieg in die 2. Liga als Plattform für junge Spieler nutzen wollen. „Es ist ein klassischer Sponsorvertrag, an dem der Sideletter angehängt ist, dass man im strategischen Bereich und beim Scouting zusammenarbeitet“, erklärt Kufstein-Präsident Hannes Rauch. Gemeinsam mit den Sponsoren wurde Ex-Wacker-Profi Mario Stieglmair als neuer Sportchef verpflichtet. Aktuell liest sich der Kader der Festungsstädter trotz der Verpflichtung des 35-jährigen deutschen Angreifers Dominik Stroh-Engel (22 Einsätze in der ersten deutschen Bundesliga/11 Tore in 49 Zweitligaspielen) nicht zwingend als Aspirant für die Tiroler Top zwei, die im Frühjahr mit den zwei besten Teams aus Vorarlberg und Salzburg um den Aufstieg in die 2. Liga kämpfen werden. „Der Aufstieg ist kein Muss. Sechster wollen wir aber auch nicht werden“, sucht Rauch nach der goldenen Mitte. Und sollte ein Aufschlagszenario machbar sein sowie schlagend werden, wäre eine Ausgliederung der ersten Mannschaft und ein strategisches Investment der neuen Partner möglich: „Das ist Zukunftsmusik.“

Die Frage nach einem Zweitliga-Aufstieg hängt ja auch von infrastrukturellen Voraussetzungen ab. „Wir sind dabei, die Voraussetzungen für den eventuellen nächsten Schritt zu schaffen“, führt im Oberland Imst-Obmann Manuel Westreicher aus. Nachsatz: „Andere wie Wörgl, Kufstein oder Schwaz sind da momentan aber sicher noch weiter als wir.“

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Zurück auf den Rasen: „Alles, was was kann, spielt in dieser Liga“, nimmt Wörgls Langzeit-Coach Denis Husic vor seiner sechsten Regionalliga- und insgesamt zwölften Saison den Spielermarkt unter die Lupe. Das Derby (Samstag/18 Uhr) in Kufstein (Rauch: „Wir sind zum Start leider stark ersatzgeschwächt“) wird als erstes Match live auf tt.com übertragen, pro Runde dürfen sich Tirols Fußball-Tiger auf ein Live-Spiel freuen.

„Der Lange“ hat bei Aufsteiger Prutz/Serfaus zumindest bis zum Winter verlängert – der 41-jährige Goalie-Routinier Dominik Sandbichler.
© Kristen

H wie Hypo Tirol Liga: Aufgrund der Aufstockung der Regionalliga wird es womöglich nicht mehr so viel (individuellen) Glanz wie in vergangenen Tagen geben. „Dafür dürfte die Liga flächendeckend sehr ausgeglichen und sehr spannend sein“, führt TFV-Vizepräsident und Kematen-Obmann Arno Bucher aus. Als Liga-Neulinge stehen sich gleich in der ersten Runde die beiden Landesliga-Aufsteiger SC Münster und Prutz/Serfaus (Samstag, 18 Uhr) gegenüber, die Unterländer genießen aufgrund eines Platztausches zu Saisonbeginn gleich dreimal in Serie Heimrecht. Der IAC dürfte sich als starker Aufsteiger zurückmelden. Auf den Trainerbänken sitzen mit „Mr. Volders“ Michi Streiter und Helmut Kraft (Silz/Mötz) weiterhin prominente Herren mit langjähriger Bundesliga-Erfahrung. Vor allem das Kraft-Team, das heuer den Aufstieg verpasste, darf man weit vorne erwarten.

Samstag steht ganz im Zeichen des „Mädchenfußballs“

Mit einjähriger Verspätung aufgrund der Corona-Pandemie erfolgt am kommenden Samstag (24. Juli) der Anpfiff zum ersten „Tag des Mädchenfußballs“ in Innsbruck. Aufgrund der Verschiebung sei die Vorfreude umso größe­r, meint TFV-Frauen­referentin Jennifer Giebl und zählt einige Highlights, die am Marktplatz geboten werden, auf: „Man kann Schuh­e testen, seine Reaktionsfähigkeit in der Skill Arena unter Beweis stellen oder sich im Parcours messen.“ Unter dem Motto „Wir starten durch!“ gibt es am TFV-Infostand Neuigkeiten über den Frauen- und Mädchenfußball in Tirol zu erfahren. Durch das Nachwuchsprojekt „Mädls gemma kicken“ freuen sich Vereine über regen Zulauf. Ziel des Tages sei es, so viel­e Mädchen wie möglich zu erreichen und deren Interesse für den Fußball zu wecken, betont Giebl.

Die Frauen-Tirolerliga und die -Landesligen starten ab 21. August in die neue Saison. Ein Tiroler Aushänge­schild ist Nici Billa (Hoffenheim), die erstmals die Torjägerinnenkrone in der deutschen Frauen-Bundesliga holte. Lena Triendl nützte die Wacker Damen als Sprungbrett und spielt künftig für den SC Sand, Lil­li Purtscheller wechselt zu Sturm Graz. (ben)

N wie Neuerungen: Es dürfen, wie im internationalen Fußball in Corona-Zeiten schon länger üblich, auch im Tiroler Fußball-Unterhaus fünf Spieler bei insgesamt drei Wechselvorgängen ausgetauscht werden. Damit geht ein Wunsch, den einige Trainer schon länger gehegt haben, in Erfüllung. VAR (Video Assistant Referee), also Videobeweis, gibt es mit einem Augenzwinkern natürlich keinen. „Wir kommen ab und zu mit unseren Handys vorbei“, schmunzelt TFV-Mitarbeiter Gogo Feistmantl. Der ein oder andere Unterhaus-Verein wird ganz sicher seinen hauseigenen Videobeweis haben ...

Z wie Zuschauer: Das Rundherum und soziale Miteinander ist auf den Unterhaus-Schauplätzen fast genauso wichtig oder gesellschaftlich gesehen wichtiger als das Resultat. Zum Saisonauftakt gibt es keine Beschränkungen, für Veranstaltungen ab 100 Zuschauern gilt die 3-G-Regel, die beim Eintritt kontrolliert wird. Bei insgesamt 78 Spielen wird’s beim Auftakt wohl gleichermaßen bärig wie Bier-ig.

Tiroler Fußball – Termine vom Auftakt am Wochenende

tt.com Regionalliga Tirol; Freitag: Schwaz – Hall (18 Uhr); Samstag: Reichenau – WSG Tirol Amateure (15), Fügen – SVI (17), Kufstein – Wörgl (18); Sonntag: Wacker Amateure – Imst (11), Telfs – Kitzbühel (17).

Hypo Tirol Liga; Freitag: Volders – Kundl, Natters – Völs (beide 18.30), Silz/Mötz – Zirl (19); Samstag: Kirchbichl – Zams (16), St. Johann – Kematen, Münster – Prutz/Serfaus (beide 18); Sonntag: IAC – Union (11), Ebbs – Mils (17).

Landesliga Ost; Samstag: Stumm – Mayrhofen, Söll – Achenkirch (beide 16.30), Walchsee – Kramsach, Brixen – Buch (17), Angerberg – Bruckhäusl (17.30); Sonntag: Hippach – Schwoich (17), Kufstein II – Thiersee (17.30).

Landesliga West; Samstag: Stubai – Stumm (17), Fritzens – Thaur, SPG Innsbruck West – Längenfeld (beide 17.30), Landeck – Absam, Schönwies/Mils – Kolsass/Weer, Reutte – Oberperfuss (alle 18); Sonntag: Wipptal – Matrei (17.30).

Gebietsliga Ost; Freitag: Weerberg – Rinn/Tulfes (18.30), Breitenbach – Langkampfen (19), Finkenberg – Zell/Ziller (19.30), Vomp – Kirchberg (20), Oberlangkampfen – Hopfgarten/Itter (20.15); Samstag: Jenbach – Kirchdorf, Westendorf – Pillerseetal (beide 18).

Gebietsliga West; Freitag: Axams/Grinzens – Inzing (18.30), Oberhofen – Götzens (19.45); Samstag: Paznaun – Arlberg (17), Reichenau II – Pitztal (17.30), Rietz – Umhausen (18.30); Sonntag: Haiming – Seefelder Plateau (15.30), Tarrenz – Stams (17.30).

Bezirksliga Ost; Freitag: Alpbach – Erl (20); Samstag: Ried/Kaltenbach – Kitzbühel II (17), Aschau – Schlitters (17.30), Radfeld – Wildschönau (18.30), Fügen II – Wörgl II (19.30); Sonntag: Niederndorf – Brixlegg/Rattenberg (17.30).

Bezirksliga West; Freitag: Imst II – Zirl II (19.30). Samstag: Patscherkofel – Sistrans, Schwaz II – Roppen/Karres, Wilten – Lechtal (alle 18), Sölden – Rum (19); Sonntag: Telfs II – Veldidena (14), Wacker IBK III – Navis (17.30).

1. Klasse Ost; Freitag: Achensee – Mils II (19). Samstag: Stans – Kolsass/Weer II, Going – Thiersee II (beide 17), Hall II – WSG Tirol III (18), Kirchbichl II – Ellmau (18.30); Sonntag: Uderns – Hochfilzen (10.30), Ebbs II – Reith/Kitzbühel (14.15).

1. Klasse West; Samstag: Reutte II – Union II (abgesagt), Nassereith – Oberes Gericht (17.30), Oetz/Sautens – Lechaschau, Mieminger Plateau – Absam II , St. Leonhard – Sellraintall, Zugspitze – SVI II, Ried – Prutz/Serfaus II (alle 18).

2. Klasse Ost; Freitag: St. Johann II – Pillerseetal II (18.30). Samstag: Schwoich II – Kirchberg II (18.30), Söll II – Westendorf II (19); Sonntag: Oberndorf – Waidring (17.30).

2. Klasse Mitte; Samstag: Stubai II – Tux (14.30), Natters II – Kundl II (18.30), Stumm II – Mayrhofen (19); Sonntag: IAC II – Münster II (13.30), Hippach II – Thaur II (14.30); Montag: Volders II – Matre­i II (19.30).


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