Die nächsten Unwetter kommen: Kufstein rüstet sich für weitere Regenfälle

Die Stadt Kufstein ruft das Bundesheer zu Hilfe. Die Bäche sind noch immer voller Material. Sorgen gehen um wegen angekündigter Regenfälle am Wochenende.

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Noch immer müssen die Spuren des Hochwassers verräumt werden.
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Von Wolfgang Otter

Kufstein – Das Schaufeln und Aufräumen in der Festungsstadt hat auch gestern noch angedauert. Dabei blicken Bürgermeister Martin Krumschnabel und viele Bachanrainer mit Sorge auf die Wettervorhersage. Ab Sonntag könnte es nämlich wieder zu regnen beginnen. Wie ergiebig die Niederschläge werden, ist zwar noch offen, aber in Kufstein reichen mittlerweile wenige Zentimeter zur nächsten Überflutung. „Wir haben bei einer Begehung der Bäche festgestellt, dass zwar die Gerinne weiträumig schon geräumt sind. Nur genau an den Engstellen, besonders unter den Brücken, ist wahnsinnig viel Geschiebematerial. Das müssen wir dringend herausbringen, bevor es wieder zu regnen beginnt“, begründet der Stadtchef die Eile. Daher ist nicht nur die Berufsfeuerwehr Innsbruck dabei, die drei am Samstag über die Ufer getretenen Bäche freizubaggern, „sondern wir haben auch das Bundesheer für einen Assistenzeinsatz ersucht“.

BM Martin Krumschnabel bei einem Schacht voller Äste.
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Gestern waren Bundesheerangehörige dabei, sich die Situation anzusehen. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf jenen Stellen, die händisch ausgeschaufelt werden müssen. Aber, so Bürgermeister Martin Krumschnabel, „es gibt Stellen, die nicht erreichbar sind“. Daher wird derzeit entlang der Gerinne die Straße aufgeschnitten, damit diese geräumt werden können. Krumschnabel zeigt, warum die Maßnahme dringend notwendig ist: Ein Schacht ist komplett mit Ästen gefüllt.

Die Stadt hat für Menschen, die die Katastrophenopfer unterstützen wollen, das Spendenkonto „Hochwasser Juli 2021“ IBAN: AT09 3635 8000 3814 7534 eingerichtet. Außerdem ist es möglich, Freitag, 23., und Dienstag, 27. Juli, zwischen 8.30 und 13 Uhr in der Stadtpfarre Kufstein St. Vitus Hilfe zu beantragen.

Auf Grund der aktuellen Lage sind alle Wander- und Waldwege gesperrt, zudem steht der Kaiserlift still.

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Zugleich beginnt die politische Diskussion um die Sicherheit. Bekanntlich hat der Gemeinderat bereits die Weiterverfolgung eines Schutzprojektes beschlossen. Daher fragt FPÖ-Stadtparteiobmann Christofer Ranzmaier: „Warum wurde das nicht weiterverfolgt?“ Er wolle wissen, wer dafür die Verantwortung trägt. „Es wurde weiterverfolgt“, entgegnet Krumschnabel. Aber für die Realisierung werde eine umfangreiche Planung und der Bund benötigt.

Bundesheerangehörige besichtigten die Einsatzorte.
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