Sechs Fraktionen fordern mehr Frauen in Tiroler Gemeindepolitik

Es gibt mehr Bürgermeister, die Josef heißen, als es Bürgermeisterinnen gibt: Beim Frauenanteil in Gemeinde- und Bezirksvertretungen ist Tirol österreichweit Schlusslicht. Das soll sich ändern, fordern Politikerinnen von sechs Fraktionen.

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Elisabeth Mayr (SPÖ), Theresa Ringler (FI), Marcela Duftner (Grüne), Andrea Dengg (FPÖ), Birgit Winkel (ÖVP) und Dagmar Klingler-Newesely (NEOS) forder mehr Frauen in der Gemeindepolitik.
© Frauenvolksbegehren

Innsbruck – Im Vorfeld der Gemeinderatswahlen in Tirol im Februar 2022 – ausgenommen Innsbruck – haben sechs Innsbrucker Kommunalpolitikerinnen unterschiedlicher Fraktionen an ihre Geschlechtsgenossinnen appelliert, sich stärker in der Gemeindepolitik zu engagieren. Im Rahmen einer parteiübergreifenden Pressekonferenz in Innsbruck am Donnerstag machten Vertreterinnen von ÖVP, Grünen, SPÖ, FPÖ, NEOS und Für Innsbruck (FI) auf die derzeitige Schieflage in der Repräsentanz aufmerksam.

Die fehlende politische Repräsentation habe schließlich Auswirkung auf das alltägliche Leben jeder Frau, hieß es in einer Aussendung des Frauen*Volksbegehren, Initiatorin der Veranstaltung. Entscheidungen, die den Alltag unmittelbar betreffen, wie etwa die Gestaltung des Gemeindebudgets, werden in vorwiegend männlich besetzten Gemeindestuben beschlossen, so die Kritik. Aktuell zähle Tirol mehr Bürgermeister, die Josef heißen (24), als Bürgermeisterinnen (17).

📽️ Video | Parteiübergreifender Appell: Macht teilen

Tirol sei Schlusslicht bei der Bundesländerreihung, wenn es um den Frauenanteil in Gemeinde-­ bzw. Bezirksvertretungen gehe: 20 Prozent weist der SORA Gleichstellungsindex 2021 auf, der österreichweite Durchschnitt liegt bei 24 Prozent. Österreich wiederum liege weit unter dem Durchschnitt der EU-­Staaten: Dieser liegt laut Zahlen des Österreichischen Gemeindebunds bei 34,1 Prozent.

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Es gehe ihnen aber nicht nur darum, andere Frauen einzuladen, sich politisch einzubringen, sondern auch um die Schaffung eines Klimas, das weiblichem kommunalpolitischem Engagement entgegenkomme. In dem Video „Macht teilen – das ist gerecht“ von Tiroler Mitgliedern des Frauen*Volksbegehren, das ab Herbst auch in den Tiroler Bezirken gezeigt werden soll, sprechen die sechs Politikerinnen über ihre Perspektiven und Ziele. Dadurch wolle man „sensibilisieren und aufzeigen, wie es geht“, hieß es. (APA)


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