Saisonstart für WSG Tirol und FC Wacker: Auf die Plätze, fertig, los

Am Freitag fällt sowohl in der Admiral-Bundesliga als auch 2. Liga der Startschuss. Die TT ging der Frage nach, welche Rolle die neuformierte WSG Tirol und der FC Wacker Innsbruck in der neuen Saison spielen können.

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Soll bei der WSG Tirol in die Fußstapfen von Nikolai Baden Frederiksen treten – die neue Juve-Leihgabe Giacomo Vrioni.
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Von Alex Gruber

Wattens – Ein Blick aufs sommerliche Transferfenster (s. u.) genügt, um zu wissen, dass sich die WSG Tirol in der dritten Saison in der Fußball-Bundesliga zumindest personell wieder neu (er-)finden muss. Konzeptionell darf im bewährten 4-4-2-Mantel, aber noch giftiger gegen den Ball, einiges dennoch beim „Alten“ bleiben.

„Wir wollen wieder den Fußball durchziehen, für den wir in der erfolgreichen letzten Saison gestanden sind – mit noch intensiverem Spiel, mit spielerischen Lösungen“, stellt Sportmanager Stefan Köck klar, um gleich einen gewichtigen Nachsatz hinterherzuschicken: „Wir dürfen zurückblicken, aber dürfen nicht weiterträumen, sondern müssen vom ersten Spieltag an um jeden Punkt kämpfen.“

Dass viele beim Heim-Auftakt gegen die Admira am Samstag (17 Uhr) mit einem WSG-Sieg rechnen, sei „toll“, Köck stellt aber im selben Atemzug klar: „Es wird extrem schwer.“

Der Erfolg mit dem Einzug ins Meister-Play-off hatte den Preis, dass der WSG mit Innenverteidiger David Gugganig, David Schnegg, Juve-Leihgabe Nikolai Baden Frederiksen oder Nemanja Celic vier junge exzellente Stammspieler verloren gingen, mit den Abgängen von Zlatko Dedic, Flo Rieder und Benjamin Pranter wurde die Offensivkraft weiter geschwächt.

Wer 2021/22 die Tore schießt? Darauf soll mit dem albanischen Teamstürmer Giacomo Vrioni eine neue Juve-Leihgabe die Antwort finden. Tobias Anselm, Thomas Sabitzer oder Markus Wallner sind als „Assistenten“ gefordert. „Ungeachtet der Position haben ‚ihre‘ Vorgänger große Fußstapfen hinterlassen. Wir hoffen und sind überzeugt, dass unsere Neuerwerbungen da hineinwachsen können“, führt Köck aus.

Der WSG-Kader verfügt aktuell über sieben Legionäre (sechs sind für die Fördergelder des Österreicher-Topfs erlaubt), am Weg zur Einbürgerung hat Langzeit-Keeper und Kapitän Ferdl Oswald gerade seine Prüfung absolviert: „Er ist ein Supertyp und hat uns über all die langen Jahre viel mehr gehalten als gekostet“, streut Köck seinem Kapitän, der die Defensive gemeinsam mit Raffael Behounek und Fabian Koch dirigieren soll, Rosen. Im Mittelfeldzentrum ist nach dem Celic-Abgang womöglich noch Handlungsbedarf gegeben, Linksverteidiger Leon Klassen (Rippenprellung) und der dänische Stratege Bror Blume (Adduktoren) sind vor dem Start noch angeschlagen.

Mit vielen jungen Spielern und einem Mini-Budget wartet wieder der Kampf um den Klassenerhalt. Dennoch darf Köck vor dem dritten Erstliga-Jahr in Serie mit berechtigtem Stolz notieren: „Wir wissen, dass uns in der ersten Saison die Insolvenz über den SV Mattersburg gerettet hat. Dennoch betrachte ich es als unsere größte Auszeichnung, dass wir als Verein in den letzten Jahren mit bescheidenen Mitteln Großes geleistet haben.“ Eine Reise, die mit vielen neuen Gesichtern so weitergehen soll ...

Fakten zur österreichischen Bundesliga

1. Runde; Freitag: Sturm – Salzburg (20.30 Uhr); Samstag: WSG Tirol – Admira, Rapid – Hartberg, Altach – LASK (alle 17 Uhr); Sonntag: Ried – Austria, A. Klagenfurt – WAC (beide 17 Uhr).

Transferüberblick bei der WSG Tirol; Zugänge: Vrioni (ALB, Juventus/Leihe), Klassen (GER, 1860 München), Blume (DEN, Aarhus), Sabitzer, Anselm (beide LASK/Leihe), Awoudja (GER, VfB Stuttgart/Leihe), Wallner (Wacker IBK), Stumberger, Ranacher (beide Austria Lustenau), Andric (FC Kufstein), Schermer, Forst (beide AKA Tirol), Bacher (SC Freiburg II). Abgänge: Schnegg (LASK/Leih-Ende/Venezia), Baden Frederiksen (Juventus/Leih-Ende/Arnheim), Celic (Darmstadt), Gugganig (WAC), Rieder (A. Klagenfurt), Pranter (Schwaz), Soares (BRA, 1. FC Saarbrücken), Gölles (BW Linz), Dedic, Toplitsch, Hager, Bauernfeind, Lauf (beide FC Dornbirn/Leihe).

Tiroler bei anderen Klubs; Spieler: Andreas Kuen (Sturm Graz), Florian Rieder (A. Klagenfurt), Murat Satin (Ried), Matthäus Taferner (WAC), Thomas Kofler (Hartberg), Rene Hellermann (Admira); Trainer: Michael Baur (Co-Trainer Admira), Alexander Hauser (Co-Trainer RB Salzburg).

Bilder, die die Wacker-Fans mit dem Traum von der Bundesliga-Rückkehr assoziieren – ein jubelnder Goalgetter Ronivaldo.
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Innsbruck – Nach den tollen Kurz-Testspielen gegen den FC Liverpool (1:1) und VfB Stuttgart (0:1) – „Wir haben es gut gemacht“ (O-Ton Cheftrainer Daniel Bierofka) – gilt der Blick beim FC Wacker Innsbruck dem Zweitliga-Auftakt bei den Young Violets am Freitag (18.30): „Wir werden frisch sein und wollen drei Punkte mitnehmen“, stellt Bierofka klar.

Dass den einen oder anderen nach einem Überbrückungskredit des russischen Investor Michail Ponomarew das Bauchweh bezüglich der finanziellen Zukunft quält, wischt Alfred Hörtnagl, der Geschäftsführer Sport, vor dem Auftakt vom Tisch: „Es muss keiner Bauchweh haben. Die Saison ist gesichert, durch diesen Einstieg konnten wir Arbeitsplätze wie den Spielbetrieb garantieren. Es ist mit der einen oder anderen Einsparung wichtig, dass wir den Weg, den wir vor einem Jahr begonnen haben, weitergehen können.“

Ein Weg, der jetzt auf einen anderen Geldgeber baut. Aber ein Weg, auf dem der FC Wacker am Rasen weiter auf Hochkaräter wie Goalie Marco Knaller, Außenbahnspieler Lukas Fridrikas oder Torjäger Ronivaldo bauen kann. Unter den sechs Abgängen befindet sich außer Linksverteidiger Thomas Kofler kaum einer, der in der abgelaufenen Spielzeit eine echte Stammkraft war. Und zudem haben die hungrigen Eigengewächse (Eckmayr, Kopp, Hubmann, Martic ...) bewiesen, dass sie an der Seite von weiteren arrivierten Kräften (Hupfauf, Holz, Viteritti, Aydin, Jamnig ...) durchaus das Potenzial besitzen, den nächsten Schritt gehen zu können. Der 8:0-ÖFB-Cupsieg bei Regionalligist Reichenau untermauerte diesen Eindruck.

„Wir konnten alle Schlüsselspieler halten und haben jetzt einen kompakten, kleinen Kader, der eingespielt ist – das kann auch unser großer Vorteil sein“, sprechen Hörtnagl wie Kapitän Lukas Hupfauf dieselbe Sprache. Die Automatismen sind in der zweiten Saison unter dem Münchner Löwen Bierofka bekannt.

Beim großen Titelfavoriten ist man sich mit Bundesliga-Absteiger St. Pölten ebenso einig, zumal die Niederösterreicher arrivierte Spieler (Goalie Riegler, die Flügel Davies und Schütz) halten konnten und sich zudem mit Bundesliga-erfahrenen Kräften (Ramsebner, Alar und Gschweidl) verstärkten.

Der GAK wird von einigen im Titelrennen ebenso genannt, Meister BW Linz und ein Überraschungsgast (erneut Lafnitz?) könnten auch vorne zu finden sein. „Wir wollen in jedem Fall vorne mitspielen“, stellt Hörtnagl klar. Bei diesem Unterfangen könnte auch die Rückkehr der Fans helfen.

Der FC Wacker gab gestern die Vertragsverlängerung mit dem verletzungsgeplagten Kreativspieler Rami Tekir (24) bekannt. Er bietet Bierofka eine weitere Option.

In dieser Zweitliga-Saison wollen viele junge Tiroler (siehe Kasten) auch bei anderen Klubs den nächsten Karriere-Schritt machen.

Fakten zur Admiral 2. Liga

1. Runde; Freitag: Young Violets – Wacker Innsbruck, Amstetten – FAC Wien, OÖ Juniors – Lafnitz, Horn – Steyr, Kapfenberg – Liefering (alle 18.30 Uhr), St. Pölten – Rapid II (20.30 Uhr); Samstag: BW Linz – Dornbirn (20 Uhr); Sonntag: A. Lustenau – GAK (10.30 Uhr).

Transferüberblick beim FC Wacker, Zugänge: Tekir (Vertragsverlängerung), Hager (?). Abgänge: Wostry (Vienna), Hadzic (Wels), Abali (Türkei/verliehen an Amstetten), Kofler (Hartberg), Mandl (OÖ Juniors), Wallner (WSG Tirol).

Tiroler bei anderen Klubs; Spieler: Simon Pirkl (BW Linz), Thomas Schiestl (FC Liefering), Pierre Nagler, Kilian Bauernfeind, Stefan Lauf (alle Dornbirn), David Jaunegg, Felix Mandl (beide OÖ Juniors), Stefan Kordic (Kapfenberg), Sefik Abali (Amstetten).


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