Illegale Freizeitwohnsitze im Bezirk Kitzbühel am Pranger

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Kitzbühel liegt bei 18 Prozent.
© Harald Angerer

Kitzbühel – Die Debatte über die illegalen Freizeitwohnsitze sei laut Liste-Fritz-Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider und Liste-Fritz-Landtagsabgeordnetem Markus Sint sowie dem stellvertretenden Bezirkssprecher Harald Weidacher nicht mehr zu stoppen. Ein Erfolg, den sie sich an die Fahnen heften wollen.

„Die Situation im Bezirk Kitzbühel bleibt dramatisch. Es gibt nur vier Gemeinden, die unter der 8-%-Schwelle sind“, weiß Sint. Going, Hochfilzen und St. Johann sind knapp darunter, Fieberbrunn liegt bei 4,1 Prozent. Spitzenreiter bei den Freizeitwohnsitzen sind Westendorf (26 %), Reith bei Kitzbühel und Aurach mit jeweils 24 Prozent. Kitzbühel selbst liegt bei 18 Prozent. Sint: „Das sind aber nur die gemeldeten Freizeitwohnsitze. In Wirklichkeit liegen alle darüber. Auch wenn noch sozusagen sehr viele alte Freizeitwohnsitze dabei sind.“

Mittlerweile hätten sich die Meldungen eingespielt, wenn illegale Freizeitwohnsitze vermutet werden. Sint spricht von 258 Meldungen in fünf Gemeinden des Bezirkes im Frühjahr 2020. Mittlerweile gebe es auch schon Entscheidungen des Landesverwaltungsgerichts, die in Strafen oder Rückbauten endeten, und die Bezirkshauptmannschaften hätten die Möglichkeit, auch in Deutschland nachzufragen. So könne unter anderem eruiert werden, ob es sich wirklich um den angegebenen Hauptwohnsitz handelt. Aber auch die Finanzpolizei ist hier laut Sint sehr aktiv. Nicht wegen der Freizeitwohnsitze, sondern wegen der vielen Pkw mit ausländischem Kennzeichen.

Kritik von Weidacher gab es unter anderem am geplanten Hoteldorf in St. Johann mit den vier Freizeitwohnsitzen zur Finanzierung. „Im Ort klafft seit Jahren beim Hotel Löwe eine Baugrube, aber bei der Bergbahn reißen wir Grund auf. Das ist alles nicht mehr stimmig“, meint Weidacher. (mm)


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