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TT-Leitartikel zum Wohnen in Tirol: Betongold bedroht die Schutzgebiete

Es ist ein Akt der Hilflosigkeit, wenn für leistbares Wohnen bereits in Naturschutzgebiete hineingewidmet werden muss. Eine Politik, die diesen Tabubruch zulässt, kapituliert vor der Immobilienspekulation. Oder ist bereits nahe dran.

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Peter Nindler

Leitartikel

Von Peter Nindler

Strenge Kontrollen, um illegale Freizeitwohnsitze einzudämmen, führen bestenfalls punktuell zu mehr leistbarem Wohnraum in Tirol. Die Leerstandsabgabe von bis 2200 Euro je nach Wohnungsgröße auch nicht, obwohl im Hotspot Innsbruck rund 3000 Wohnungen leerstehen. Vielmehr dürfte sich die Abgabe auf die ohnehin schon gesalzenen Kosten niederschlagen. Bereits jetzt weist die Landeshauptstadt mit 18,8 Euro pro Quadratmeter österreichweit die teuersten Mieten auf. Die Inntalfurche liegt mit 14,2 Euro knapp dahinter. Die mit mehr als 300 Millionen Euro außerordentlich gut dotierte Wohnbauförderung kann die finanzielle Belastung zwar abfedern, aber das Grundproblem nicht lösen. Niedrige Zinsen vergolden die Immobilien, mit Betongold lässt sich in einem Land mit nur zwölf Prozent siedelbarer Fläche gewinnbringend spekulieren.


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