Immersive Wasserpanoramen, Wälder mit Sogwirkung

„Immerso“ im Innsbrucker artdepot: Galeristin Birgit Fraisl stellt Evelyn Kreinecker und Federico Battistin einander gegenüber.

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Evelyn Kreineckers flirrende Wasserlandschaften entstanden bereits 2019/2020.
© Kreinecker

Innsbruck – Auf der einen Seite fließende Gewässer, auf der anderen Seite in ihrer Tiefe schier unendliche Wälder. Betritt man dieser Tage die Innsbrucker Galerie artdepot, so erlebt man eine kontrastreiche Gegenüberstellung. Es ist das erste Mal, dass Galeristin Birgit Fraisl Evelyn Kreinecker (Oberösterreich) und Federico Battistin (Venetien) einander gegenüberstellt. Von beiden KünstlerInnen hat sie Landschaften gewählt, die eine besondere Sogwirkung haben. Auch deshalb passt der italienische Ausdruck „immerso“ als Ausstellungstitel. Noch bis 19. August ist die Schau zu sehen.

Mit „New Light, New Beginning“ ist die neueste Serie von Federico Battistin ausgestellt, der in Vittorio Veneto geboren wurde und inzwischen in Mutters lebt. Als Künstler widmet er sich dort Waldlandschaften, die im Kopf entstehen. Realisiert hat er sie auf handelsüblichen Gipskartonplatten, und zwar in Form einer Gravüre. Fast glaubt man, eine Druckplatte für einen Holzschnitt vor sich zu haben. Formatvariationen gibt es keine, Battistin bleibt klar, unbunt. Auch wenn er über mehrere Platten hinweg auf die Baumstruktur hinzoomt.

Klar und unbunt: „New Light, New Beginning“ ist Battistins neueste Serie.
© Battistin

Wahrlich eingesogen wird man von Evelyn Kreineckers Wasserlandschaften, die sie bereits 2019 auf großformatigen Leinwänden gemalt hat. Normalerweise arbeitet Kreinecker figurativ, u. a. in ihrer Serie der „Wegstücke“, die den Aspekt des Unterwegsseins aus unterschiedlichen Perspektiven in den Blick nimmt. In der im artdepot ausgestellten Serie sind es Bildgewebe, die die Künstlerin spinnt – an etlichen Stellen scheinen textliche Strukturen durch, die vom flirrenden Wasser überströmt werden. Durch das Übereinanderlegen mehrerer Ebenen entsteht hier Tiefenwirkung, was die Betrachtenden wenigstens kurzfristig fesselt.

Auf einen Höhepunkt steuert die Ausstellung im hinteren Raum zu, wo die Werke der beiden miteinander konfrontiert werden. Beim Eintreten klare Strukturen, beim Verlassen weiche, fließende Welten. Ein kurzer Ausflug in die Zeitlosigkeit. (bunt)

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