Ein streitbarer Ex-Minister: Hubert Gorbach wird 65

Der ehemalige FPÖ-Politiker aus Vorarlberg polarisierte während und nach seiner Amtszeit wie wenige andere hiesige Politiker.

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Hubert Gorbach war im Kabinett Schüssel II Vizekanzler und Verkehrsminister.
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Wien – Ex-Vizekanzler Hubert Gorbach hat während und nach seiner Amtszeit polarisiert wie wenige andere österreichische Politiker. Die Häme, die sich über ihn ergossen hat, nimmt der ehemalige FPÖ- und BZÖ-Politiker heute sportlich („Neid ist die ehrlichste Form der Anerkennung!“) – und er verweist auf positive Reaktionen, die er nach wie vor – 15 Jahre nach seinem Abschied aus der Politik – von Bürgern erhalte. Am 27. Juli feiert der Vorarlberger seinen 65. Geburtstag.

Untrennbar mit dem Namen Gorbach verbunden ist sein als Verkehrsminister nicht realisiertes Vorhaben, auf Österreichs Autobahnen eine flexible Höchstgeschwindigkeit mit einem Maximum von 160 km/h einzuführen. Andere „markante Aktivitäten“ wie Tunnelbauten oder Bahnhöfe seien den Menschen ebenfalls im Gedächtnis geblieben, sagt Gorbach. In die Schlagzeilen geriet er auch wegen der Telekom-Affäre (ohne Gerichtsverfahren gegen ihn) – und weil er wegen seiner Vorarlberger Politikerpension vor Gericht zog. Dazu kommt Gorbachs Brief an den damaligen britischen Finanzminister Alistair Darling – mit der Anmerkung „The world in Vorarlberg is too small“.

"Der Erfolg gab mir Recht"

„Negative Veröffentlichungen“ gehörten zum Medien- und Politikgeschäft, vieles werde aus dem Zusammenhang gerissen, befindet Gorbach. Der Brief an Darling sei „inhaltlich richtig und geradezu selbstverständlich“ gewesen, das habe auch Darlings Antwort an ihn gezeigt. Als Politiker sei man nicht „Everybody’s Darling“, da müsse man über den Dingen stehen. Er habe versucht, seine Meinung zu deklarieren und zu vertreten. „Am Ende des Tages ist es schön, wenn man sagen kann: Der Erfolg gab mir Recht“, sagt der Ex-Vizekanzler, der sich als „liberal bürgerlicher Freiheitlicher“ definiert.

Parteimitglied ist Gorbach längst keines mehr. Seine politische Karriere sei „organisch gewachsen“. Gorbachs Aufstieg in der Kommunal-, Landes- und Bundespolitik war zügig. Er brachte es zum Bundesobmann des „Rings Freiheitlicher Jugend“, zum Landtagsabgeordneten, Landesrat, Landeshauptmann-Stellvertreter, zum Bundesminister, geschäftsführenden Parteiobmann (BZÖ) und Vizekanzler. 2007 schied er aus der Politik aus. (APA, TT)


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