Iselschützer setzen ein Zeichen

Beim Flusserlebnistag an der Isel war auch Naturschutz-Ikone Bernd Lötsch dabei.

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Marianne Götsch vom WWF (2. v. r.) lauscht am Iselufer mit ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern den Worten von Bernd Lötsch.
© Oblasser

Von Catharina Oblasser

Oberlienz – Den Fluss erleben – das stand im Mittelpunkt des gestrigen Fests am Iselufer in Oberlienz. Geladen hatten der WWF, der Naturschutzbund Österreich, die Organisationen „Birdlife“ und „natopia“ und der Alpenverein Matrei in Osttirol. Auch junge Menschen, die bei der Initiative „Riverwalk“ die Isel erkundet hatten, waren dabei.

Ein buntes Programm mit Musik und Vogelbeobachtung, Basteln, Schmuckfertigung, Informationen über den Fluss und Wasserexperimenten beschäftigte die Besucher, darunter viele Familien mit Kindern, den Tag über. „Wir haben bewahrt, was woanders schon zerstört worden ist“, meinte Reinhold Bacher vom Alpenverein Matrei im Hinblick auf die unverbaute Flusslandschaft der Isel. „Vor zehn Jahren sind wir ausgelacht worden, weil wir uns gegen Kraftwerke ausgesprochen haben. Aber die unberührte Natur ist nicht nur für uns wichtig, sondern immer mehr auch für die Gäste, die genau das wollen.“

Ein Plädoyer für die Isel in Gedichtform kam von Bernd Lötsch, seines Zeichens Biologe und Wegbereiter der Naturschutz-Bewegung in Österreich. „Osttirol ist mir noch aus den Zeiten vor der Gründung des Nationalparks Hohe Tauern vertraut“, meinte Lötsch. „Und mir blutet das Herz bei jedem Gewässer, das verbaut werden soll.“

Auch der Isel droht die Verbauung, und zwar in Form von geplanten Kraftwerken an ihren Zubringern, unter anderem dem Kalserbach und dem Tauernbach. „Der Fluss muss in seiner Gesamtheit geschützt werden“, fordert Marianne Götsch vom WWF, die hofft, dass die Kraftwerkspläne nicht umgesetzt werden. Die Ausweisung als Naturschutzgebiet steht bevor, allerdings betrifft das nicht das gesamte Flusssystem der Isel. Nun appelliert der WWF an das Land, dieses Vorhaben zu überdenken.

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