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Verhütungsspirale „Gold-T“: „Mehr als die Hälfte ist gebrochen“

Die Anzahl der durch fehlerhafte Verhütungsspiralen von Eurogine geschädigten Frauen steigt weiter an. Ein Tiroler Anwalt konnte nun ein erstes richtungsweisendes Teilurteil erwirken – Hoffnung für Hunderte Betroffene.

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In Tirol gab es laut dem Gynäkologen Andreas Bachmann auch „Katastrophenfälle“ mit Fehlgeburten nach Schwangerschaften.
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Von Michaela Spirk-Paulmichl

Innsbruck – Ein Materialfehler bei mehreren Chargen der hormonfreien Verhütungsspirale „Gold-T“ von Eurogine bewirkt, dass bei der Entfernung Teile abbrechen können, in etlichen Fällen ist das auch bereits passiert. Bei anderen Frauen ist die Spirale abgegangen, ohne dass sie es bemerkten. Die möglichen Folgen: Innere Verletzungen, es kam aber auch zu einigen ungewollten Schwangerschaften. Verbraucherschützer führen aus diesem Grund bereits mehrere Prozesse.

Einer Innsbrucker Rechtsanwaltskanzlei ist es bereits in mehreren anhängigen Verfahren gelungen, gegen die Firma, die ihren Sitz in Spanien hat, die Zuständigkeit österreichischer Gerichte und die Anwendung österreichischen Rechts rechtskräftig zu erreichen. „Nun konnten wir für eine geschädigte Mandantin das unseres Wissens nach österreich-, wenn nicht sogar europaweit erste Teilurteil erwirken, in dem einer Betroffenen Schmerzengeld zugesprochen und die Haftung der Firma Eurogine festgestellt wurde“, sagt der Innsbrucker Anwalt Burghard Seyr, der das noch nicht rechtskräftige Urteil des Innsbrucker Bezirksgerichts als wegweisend bezeichnet. Viele andere geschädigte und verunsicherte Frauen könnten dadurch dazu ermutigt werden, ihr Recht durchzusetzen.


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