Evakuierte dürfen nach Unwettern wieder in ihre Häuser zurück

In Wörgl gab der Landesgeologe Entwarnung. Der Hang ist zum Stillstand gekommen. Auch in Uderns und in der Kelchsau entspannt sich die Lage.

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In Wörgl wurde Entwarnung gegeben: die Landesgeologen Roman Außerlechner und Werner Thöny im Gespräch mit BM Hedi Wechner, Hausbesitzer Andreas Lampacher und Stadtwerke-Bereichsleiter Jakob Unterberger.
© Stadt Wörgl

Uderns, Wörgl, Hopfgarten – Mittlerweile können die Einsatzkräfte im Bezirk Schwaz wieder aufatmen. Platzregen, Sturmböen und jede Menge Hagel hielten sie am Wochenende in Atem. In der Stadt Schwaz und den umliegenden Gemeinden liefen mehrere Keller mit Wasser voll und auch Muren sorgten für Zerstörung. Das Gewitter zog dann weiter in Richtung Zillertal und sorgte vor allem zwischen Fügen und Zell für zahlreiche Schäden und Einsätze. Bäche traten über die Ufer, Keller wurden überflutet, Wege versperrt und Häuser beschädigt.

„In Uderns musste ein Wohnhaus nach einem Murenabgang kurzzeitig evakuiert werden. Eine weitere Mure verschüttete ein landwirtschaftliches Gebäude, dadurch verendeten mehrere Tiere. Und in Fügen ließ starker Hagel die Landschaft winterlich erscheinen“, berichtet Mathias Renn vom BFV Schwaz. Am Sonntag kam noch ein Brand im Wald als eine der verschiedenen Nachwehen des Unwetters hinzu. „Mittlerweile ist aber alles abgearbeitet“, beruhigt Herbert Eibl, Kommandant-Stv. der FF Uderns. Insgesamt wurden im Bezirk Schwaz rund 70 Einsätze von zehn verschiedenen Feuerwehren abgearbeitet. „Die Einsatzkräfte waren sehr gefordert, aber wir sind wohl mit einem blauen Auge davongekommen“, sagt BHStv. Wolfgang Löderle.

In Uderns verursachte eine Mure schwere Schäden bei einem Stall, mehrere Tiere kamen ums Leben.
© zoom.tirol

Auch im Stadtteil Wörgl-Boden war es bereits am vergangenen Donnerstag aufgrund der sintflutartigen Regenfälle zu dramatischen Situationen gekommen. Ein Hang war unmittelbar im Bereich einer Baustelle ins Rutschen gekommen. Die Situation sei bedrohlich, kommentierte BM Hedi Wechner damals den Vorfall. So sehr, dass Häuser evakuiert werden mussten. Unter anderem musste die Familie Lampacher seither bei Bekannten wohnen. Die Mure war direkt auf das Haus und eine Baustelle der Wörgler zugerast. Gestern konnte dann bei einer Begehung Entwarnung gegeben werden. „Der Landesgeologe hat die Sperre der Straße und Evakuierungen wieder aufgehoben. Der Hang ist stabil“, teilte Bürgermeisterin Wechner mit. Ein möglicher Grund für den Vorfall sei laut ihr „eine Verstopfung im Überlauf des Hochbehälters. Die Stadtwerke werden das jetzt überprüfen.“

Auch für Landesgeologe Werner Thöny muss man die Leitungen überprüfen, „da hat es offensichtlich ein Problem gegeben“. Aber man müsse die Ergebnisse der Untersuchung abwarten.

Die Schäden am Rohbau sind enorm. Eine Fassade wurde eingedrückt.

Auf dem Weg in Richtung Normalität befindet sich der Hopfgartner Ortsteil Kelchsau. Heute und morgen soll die Behelfsbrücke fertiggestellt werden. „Dann ist zumindest die Zufahrt in die Kelchsau über die Glantersbergstraße wieder möglich“, schildert Hopfgartens Bürgermeister Paul Sieberer. Derzeit wird noch an einer Verkehrslösung gebastelt, da die Straße nur einspurig ist. Der genaue Ablauf wird noch festgelegt. Die Normalstraße in die Kelchsau ist hingegen weiterhin unterbrochen.

Entwarnung gibt es für die drei am meisten betroffenen Gebäude. „Die unterspülte Werkstatt ist gesichert und es wird dort auch schon wieder gearbeitet“, erzählt der Bürgermeister. Auch die beiden Wohnhäuser in der inneren Kelchsau sind wieder in Sicherheit. „Hier haben wir bereits wieder einen Hochwasserschutz bis HQ30“, sagt Sieberer. Ein Großteil der Infrastruktur sei nun wieder hergestellt. (aha, emf, wo)


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