Reparatur der Linderhütte: Zehn Stunden Schuften für einen alten Ofen

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Die Männer der Bergrettung plagten sich mit dem 40 Kilo schweren Ofen über steiles Gelände bis zur Linderhütte.
© ÖTK

Von Catharina Oblasser

Leisach – Seit 1884 gibt es die Linderhütte auf 2683 Metern Seehöhe, knapp unterhalb des Spitzkofels. Damit ist sie die älteste Hütte der Lienzer Dolomiten. Ebenfalls 1884 bekam der Erbauer der Unterkunft, Bäckermeister und Gastwirt Ignaz Linder, einen massiven gusseisernen Ofen für die Hütte geschenkt. Damals war es selbstverständlich, dass Linder mit seinen Kameraden selbst den Ofen hinaufschleppen musste. Dort blieb das Gerät bis 2018.

In diesem Jahr fiel die Selbstversorger-Hütte, die vom Österreichischen Touristenklub (ÖTK) verwaltet wird, dem Sturm „Vaia“ zum Opfer. Alles wurde zerstört. Im Zuge der Aufräumarbeiten gelangte der kaputte Ofen zusammen mit anderem Abbruchmaterial zu Tal.

Inzwischen ist die Linderhütte repariert. „Dank vieler freiwilliger Helfer, der ,plattform architektur & osttirol‘ und der kostenlosen Arbeit von heimischen Firmen“, freut sich Hans Peter Falkner vom ÖTK in Osttirol.

Und der Ofen? Auch der hat wieder seinen angestammten Platz. Er wurde repariert, und sechs Mann der Lienzer Bergrettung nahmen den zehnstündigen Aufstieg mit schwerem Gepäck auf sich. Gemeinsam mit Jochen Linder, dem Urenkel des Hüttengründers, transportierten sie das 40 Kilo schwere Objekt mit Scheibtruhe und Lastenkraxe bis zur Hütte.

Der Ofen ist jetzt ein Museumsstück, benutzbar ist er nicht mehr. „Es kam vor, dass Bergsteiger die Hütteneinrichtung verheizt haben, weil ihnen kalt war“, erklärt Falkner. „Das wollen wir vermeiden. Außerdem bestünde die Gefahr einer Kohlenmonoxidvergiftung.“

Am Samstag, den 31. Juli, um 11 Uhr, wird die wiedererrichtete Linderhütte feierlich gesegnet. Bei Schlechtwetter verschiebt sich die Feier um eine Woche. Aktuelle Infos gibt es unter 0664/6345895.


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