Landesrätin Fischer kündigt Lösung für die Tiroler „Eule“ an

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Lienz, Innsbruck – Hinter den Kulissen dürften die Verhandlungen über eine Auffanglösung für alle Tiroler Therapiezentren der „Eule“ auf Hochtouren laufen. Beide Seiten, das Land Tirol mit der verantwortlichen Soziallandesrätin Gabriele Fischer sowie das Diakoniewerk mit Geschäftsführer Michael König, bestätigen den „Endspurt“ der Gespräche. Zum Inhalt gibt es jedoch keinen Kommentar. Damit scheint sich das Land bereits für das Diakoniewerk als neuen Träger entschieden zu haben.

Die Verhandlungen sind auf der Zielgeraden. Mitte August werden wir eine Lösung präsentieren.
Gabriele Fischer (Soziallandesrätin)

Die Zeit ist denkbar knapp. Mitte August will Fischer ihre Lösung präsentieren. Also zu jenem Zeitpunkt, an dem ursprünglich die Kündigungen für die gut 104 Eule-Mitarbeiter erwartet wurden. „Ich verstehe die Sorge der Beschäftigten, bitte aber noch um etwas Geduld, damit wir die Verhandlungen in Ruhe zum Abschluss bringen können“, sagt die Soziallandesrätin.

LA Markus Sint (Liste Fritz) wies kürzlich in einem Pressegespräch in Lienz darauf hin, dass die Diakonie die Mitarbeiter wohl in einen schlechteren als dem derzeitigen Kollektivvertrag der Sozialwirtschaft SWÖ überführen möchte. Außerdem würden die Kosten für den Steuerzahler nun höher ausfallen als jemals zuvor. Hatte die Eule zuletzt 3,5 Millionen pro Jahr veranschlagt, liegt das Diakoniewerk laut Sint mit 4,2 Millionen deutlich darüber. „Ich hätte die Lebenshilfe deshalb ein neuerliches Angebot legen lassen“, meinte Sint. Die Landesrätin äußert sich dazu deutlich: „Der Ausstieg der Lebenshilfe als Träger war definitiv.“ Der Landtagsabgeordnete zeigte in dieser Sache Verständnis für die Lebenshilfe, die in der Vergangenheit auch selbst genügend Anlass zur Kritik geboten habe. Zehn Jahre lang habe die Politik den Ausgleich gestiegener Kosten verweigert, der Ausstieg der Lebenshilfe sei angesichts des Budgetloches nur nachvollziehbar. Sint: „Zuerst haben wir jahrelang angeblich kein Geld für den kostendeckenden Betrieb der Therapiezentren, und am Ende bezahlen wir einem neuen Träger mehr denn je.“ (bcp)

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