„Krapoldi im Park“ in Innsbruck: Zirkus, der vom Leben erzählt

„Krapoldi im Park“, das Zirkus-, Straßenkunst- und Clownerie-Festival im Rapoldipark, geht in die zweite Runde – mit Paraden, Festen und 70 Aufführungen.

  • Artikel
  • Diskussion
Starclown Anatoli Akerman (links oben), der „Circo El Grito“ (links unten) oder die „Rabenmütter“ von „still hungry“ beehren Innsbruck.
© D. Shakhin, M. Landi, A. Phillipson

Von Michael Domanig

Innsbruck – Von 31. August bis 5. September erlebt „Krapoldi im Park“, das große Festival für Neuen Zirkus, Clownerie und Straßenkunst im Innsbrucker Rapoldipark, seine zweite Auflage – mit über 70 Aufführungen nationaler und internationaler Künstler.

Im Vorjahr sei die Premiere trotz widriger (Corona-)Bedingungen gelungen, meint Walter Moshammer, der zusammen mit Manfred Unterluggauer das künstlerische Programm plant und mit dem Kulturverein Krapoldi das Festival organisiert. Man habe rasch reagiert – etwa mit einem speziellen, seitlich geöffneten Zirkuszelt mit konstantem Luftstrom. „Wir hatten immer das Gefühl, dass wir es schaffen.“ Diesmal sei die Vorbereitung schwieriger gewesen. „Niemand wusste, wie lange Corona Thema sein würde.“ Und die 3-G-Kontrollen nähmen nun auch „viel Spontaneität weg“. Aber die Leute seien durchaus bereit, das in Kauf zu nehmen.

An Highlights mangelt es jedenfalls nicht: Moshammer nennt etwa das Berliner Kollektiv „still hungry“, das in „Raven“ vom Thema Mutterschaft erzählt – basierend auf den eigenen Erfahrungen der Artistinnen und mit den Mitteln von Varieté und Zirkus. Für Moshammer ein Paradebeispiel für „Neuen Zirkus“, der statt Menschen in Extremsituationen „Geschichten, Ideen und Visionen“ zeige, „die mehr mit unserem heutigen Zusammenleben zu tun haben – und mit Kreativität als Problemlösung“.

Das gilt etwa auch für den italienischen „Circo El Grito“, der waghalsige Luftakrobatik mit Clownerie und der Musik von Johann Sebastian Bach verbindet. Apropos: Clownerie spielt bei „Krapoldi“ generell eine große Rolle – z. B. bei „I Fratelli Caproni“ oder Anatoli Akerman, bekannt vom Circus Roncalli, der zusammen mit Christoph Schiele im feinsinnigen Programm „KuKu“ zu erleben ist.

"Ice Road": 50x2 Karten für den Premieretag gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

Vormittags wartet jeweils Kinder- und Familienprogramm mit Clowns, Figuren- und Kasperltheater in einem eigenen Zelt, nachmittags und abends folgen die Aufführungen im großen Zelt. Für all diese Vorstellungen läuft unter www.krapoldi.at bereits der Vorverkauf.

Am 3. und 4. September bespielen Acts aus Österreich, Deutschland, der Schweiz oder Dänemark zudem den ganzen Rapoldi-Park mit Straßenkunst – bei freiem Eintritt.

Ein ebenso buntes Bild ist bei zwei Straßenkunst-Paraden zu erwarten: Die erste führt am 31. 8. durch die Innenstadt (Treffpunkt: 15.30 Uhr, Annasäule). Die Zuschauer sind eingeladen, sich auch selbst zum Thema Zirkus zu verkleiden. Am 2. September ab 14 Uhr führt der Umzug vom Zirkuszelt im Rapoldipark quer durch Pradl, mit spontanen „Hinterhofzirkus“-Aufführungen. „Wir wollen mit dem Festival generell stärker nach Pradl hineinwachsen“, sagt Moshammer.

Auch Kultur und Ökologie finden zusammen: Beim IKB-„Umweltkrawall“ (4. 9.) machen diverse Organisationen und Initiativen im Park in humorvoller Manier auf wichtige Umweltthemen aufmerksam.

🔎 Alle Programmdetails unter: www.krapoldi.at


Kommentieren


Schlagworte