Ausschreibung beendet: Pranter als fünfter Bewerber für den ORF-Chefposten

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Pranter tritt auch an. Seit 2012 leitet der 56-Jährige die Abteilung „Online und neue Medien“, er ist damit auch Chef der ORF-TVthek.
© APA/Punz

Wien – Am 10. August wird ein neuer ORF-Chef gewählt; die Ausschreibung ist beendet. Diese hat ergeben, dass es fünf Bewerber für den wichtigen medialen Posten gibt: Amtsinhaber Alexander Wrabetz – er führt das Unternehmen seit 2006 –, ORF-1-Channelmanagerin Lisa Totzauer, ORF-Vizefinanzdirektor Roland Weißmann, der Entwicklungsredakteur im Fernsehproduktionsbetrieb/Technische Direktion, Julius Kratky, und ORF-Technik-Vizedirektor Thomas Prantner. Er hat gestern kundgetan, dass er sich bewirbt. Prantners Kandidatur wird intern als strategische gewertet – um für die Wahl der ORF-Direktoren im September in guter Position zu sein.

Gewählt wird die oder der Neue von den 35 Stiftungsräten. Die ÖVP hat die Mehrheit im obersten Aufsichtsgremium. Favorit der Kanzlerpartei ist Weißmann. Ergo hat er die besten Chancen, Wrabetz zu beerben.

ÖVP-Regierungschef Sebastian Kurz sagt erwartungsgemäß nicht, wenn er künftig an der Spitze des öffentlich-rechtlichen Rundfunks haben möchte. Auch Grünen-Vizekanzler Werner Kogler nennt keinen Namen. Beide sagen, dass das eine Angelegenheit des Stiftungsrates sei.

Das ist es formal, die Parteien mischen aber bei jeder ORF-Wahl mit.

Drei Stiftungsräte stehen den Grünen nahe. Einer davon ist Lothar Lockl. Laut ihm haben sich diese noch auf keinen der Kandidaten verständigt: „Wir werden die Konzepte studieren und uns ein genaues Bild von deren Plänen machen.“ Grünen-Mediensprecherin Eva Blimlinger hatte der TT kürzlich gesagt: „Es ist gut, dass eine Frau kandidiert.“

FPÖ-Chef Herbert Kickl sagt, es sei zu befürchten, „dass die grünen Stiftungsräte ihre Stimme dem türkisen Wunschkandidaten Weißmann geben müssen, obwohl auch eine bürgerliche, qualifizierte Kandidatin zur Verfügung steht“.

Blimlingers Replik: „Herr Kickl sagt ununterbrochen, die Politik solle sich nicht einmischen, nur um es dann doch zu tun.“ (kale)


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