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TT-Leitartikel zu Corona-Maßnahmen: Abkehr vom Inzidenz-Dogma

Auch Deutschland diskutiert über die weitere Vorgangsweise bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Eine Testpflicht für Reiserückkehrer – ausgenommen Geimpfte – könnte gegenseitige Grenzschließungen verhindern.

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Mario Zenhäusern

Leitartikel

Von Mario Zenhäusern

Während sich die österreichische Bundesregierung angesichts der nach wie vor steigenden Infektionszahlen (noch) in wohltuender Zurückhaltung übt, ist im Nachbarland Deutschland eine heftige Debatte rund um die weitere Vorgangsweise bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie entbrannt. Einerseits geht es um die spannende Frage, ob Geimpften künftig mehr erlaubt sein soll als Nichtgeimpften, andererseits steht plötzlich das Inzidenz-Dogma des Robert-Koch-Instituts (RKI) zur Diskussion. RKI-Chef Lothar Wieler warnte gestern die Chefs der deutschen Länder-Staatskanzleien und Kanzleramtsminister Helga Braun vor einer vierten Welle und machte gleichzeitig klar, dass für ihn die Inzidenz Leitindikator für die Infektionsdynamik sei. In seinem „düsteren Corona-Lagebericht“ (© ntv) geht Wieler mit keinem Wort darauf ein, dass hohe Infektionsraten bei den jüngeren Altersgruppen weniger dramatische Konsequenzen haben als bei den zum Großteil vollimmunisierten älteren Generationen, blendet Wielers „Panik-Papier“ (© Bild) aus. Sein Festhalten an der Niedrig-Inzidenz-Strategie dürfte, wenn auch noch nicht direkt ausgesprochen, mit der Rücknahme von Lockerungsschritten verbunden sein.


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