Grüne fordern schnelles obligatorisches Waffenverbot bei Wegweisung

„Wer Gewalt ausübt, ist gefährlich. Noch gefährlicher, wenn er im Besitz einer Schusswaffe ist", sagt die Frauensprecherin der Grünen, Meri Disoski.

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Meri Disoski ist Frauensprecherin der Grünen.
© VERENA MOSER

Wien – Weggewiesenen Personen sollen Schusswaffen dauerhaft entzogen werden. Die Frauensprecherin der Grünen, Meri Disoski, forderte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) am Freitag auf, diese Maßnahme, die aktuell geprüft wird, so rasch wie möglich umzusetzen. Bestätigt sieht sich die Politikerin durch die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage bezüglich Frauenmorden und Waffengebrauch.

In den vergangenen zehn Jahren wurden demnach in Österreich 563 Morde begangen, davon 305 oder 54 Prozent an Frauen. 163 der weiblichen Opfer wurden mit Waffen (Hieb-, Stich- und Feuerwaffen) getötet, davon 48 mit Schusswaffen. 36 davon waren illegal und zwölf legal im Besitz der Täter. Von 2011 bis 2020 wurden somit nicht ganz vier Prozent der 305 Frauenmorde mit legalen Schusswaffen verübt.

Im selben Zeitraum war laut Anfragebeantwortung bei 423 Mordversuchen an Frauen, die glücklicherweise scheiterten, 212 Mal eine Waffe im Spiel, davon 19 illegale und 14 legale Feuerwaffen. Letztere hatten damit einen Anteil an den Tötungsversuchen an weiblichen Opfern von 3,3 Prozent.

"48 dieser Frauenmorde wurden mit einer Schusswaffe verübt. Es zeigt sich also klar und deutlich: Der Zugang zu Waffen für den privaten Gebrauch muss drastisch eingeschränkt werden. Und das so schnell wie möglich", betonte Disoski. Unverständlich ist für die Frauensprecherin, warum keine Statistiken darüber geführt werden, ob es nach einem Betretungsverbot oder nach einer Wegweisung zu einem Waffenentzug kommt. "Wer Gewalt ausübt, ist gefährlich. Noch gefährlicher, wenn er im Besitz einer Schusswaffe ist." Es brauche dringend Entnahmen von Waffen im Fall von Wegweisungen und Betretungsverboten. (APA)


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