Ruud triumphiert in Kitzbühel, Erler feierte mit Miedler Doppel-Heimsieg

Der Tiroler Alexander Erler und sein Doppelpartner Lucas Miedler holten sich beim Generali Open überraschend den Turniersieg. Im Finale besiegte das ÖTV-Duo Roman Jebavy/Matwe Middelkoop (CZE/NED-3) knapp mit 7:5,7:6(5). Der Norweger Casper Ruud trotzte dem Regen und setzte seine Siegesserie fort.

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Alexander Erler und Lucas Miedler feierten einen historischen Titel.
© EXPA/STEFAN ADELSBERGER

Kitzbühel – Lucas Miedler und Alexander Erler haben am Samstag für einen Heimsieg beim Tennisturnier Generali Open in Kitzbühel gesorgt. Das österreichische Duo gewann das Doppel-Finale gegen die als Nummer drei gesetzte Paarung Roman Jebavy/Matwe Middelkoop (CZE/NED) mit 7:5,7:6(5). Für den Niederösterreicher Miedler und den Tiroler Erler ist es jeweils der erste Doppel-Titel auf der ATP-Tour. Erler ist laut den Turnierorganisatoren gar der erste Tiroler Sieger in Kitzbühel seit 1946.

Der 25-jährige Miedler spielte in Kitzbühel erstmals im Doppel mit dem 23 Jahre alten Erler zusammen, ein Glücksgriff. Während ihres Siegeszuges schlug das Duo im Halbfinale auch die topgesetzten Tomislav Brkic/Nikola Cacic (BIH/SRB). Im Finale gelangen Miedler/Erler im ersten Set gegen Jebavy/Middelkoop zwei Breaks, das zweite bedeutete zugleich den Satzgewinn zum 7:5.

Der zweite Durchgang wurde dann zu einem Thriller. Bei 4:3-Führung breakten die Österreicher ihre Gegner, Miedler schlug im Anschluss zum Matchgewinn auf, gab seinen Aufschlag jedoch postwendend ab. Beim Stand von 6:5 vergaben die Lokalmatadore mehrere Matchbälle, Jebavy/Middelkoop konnten auf 6:6 ausgleichen. Im Tiebreak waren jedoch Miedler und Erler von Beginn obenauf, den fünften Matchball verwertete das Duo zum Turniersieg. Dafür gab es jeweils 7.680 Euro Preisgeld.

Beide berichteten im Anschluss von Nervosität vor dem Spiel. "Aber jetzt bin ich einfach nur glücklich, dass wir gewonnen haben, es ist einfach wahnsinnig geil", sagte Erler auf ServusTV. "Heute lassen wir noch richtig die Sau raus." Miedler gab taktische Einblicke: "Wir haben von Anfang an gesagt, wir müssen einfach jeden Punkt feiern, damit die Leute mitgehen - weil das hilft natürlich uns mehr als den anderen. Wir haben einen ganz guten Job gemacht, würde ich sagen. Es war ein bisschen ein Glück auch dabei, wenn man zwei Matchbälle abwehrt."

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Für den Überraschungscoup wurden Überstunden geschrieben. "Mein Motto war siegen oder fliegen. Ich bin seit gestern eigentlich schon im Urlaub auf Korfu, da muss ich mich bei meiner Freundin entschuldigen. Aber das geht natürlich vor", sagte Miedler.

Ruud macht den Hattrick im Einzel perfekt

Abseits der großen Olympia-Bühne hat Casper Ruud das Männer-Tennis im Juli geprägt. Der norwegische Tennis-Shootingstar ließ sich im Einzel-Finale von Kitzbühel am Samstag auch von mehreren Regenunterbrechungen nicht stoppen und ging knapp vor Mitternacht gegen den Spanier Pedro Martinez schließlich als 6:1,4:6,6:3-Sieger vom Platz. Für den topgesetzten Ruud war es der dritte ATP-Triumph innerhalb von drei Wochen.

Der 22-jährige Ruud hatte zuletzt in Baastad und Gstaad gewonnen, mit Genf (2021) und Buenos Aires (2020) hält er nun bei fünf Turniersiegen. Der Lohn für seinen zwölften Matchsieg hintereinander sind 41.145 Euro und 250 Punkte für die Weltrangliste, in der er sich vom 14. auf den 12. Rang und damit seine bisher beste Platzierung verbessert.

Der Osloer hatte gegen den zwei Jahre älteren Martinez (ATP 97.), der erstmals in einem ATP-Finale stand, das Spiel von Beginn weg im Griff. Der erste Satz ging in 39 Minuten mit 6:1 an den Favoriten, den danach nur der Regen bremsen konnte. Nach rund einstündiger Unterbrechung holte sich der Spanier prompt eine 2:1-Führung, eher der Himmel über Kitzbühel neuerlich den Halt erzwang.

Diesmal dauerte es rund drei Stunden, ehe die Veranstalter es noch einmal probierten, diesmal ging es sich aus. Martinez, der im Achtelfinale den als Nummer 2 gesetzten Landsmann Roberto Bautista Agut ausgeschaltet hatte, nutzte die Gelegenheit und zwang den Norweger mit 6:4 in einen Entscheidungssatz. Dort nahm wieder Ruud das Heft in die Hand, auch wenn sich Martinez mit dem Break auf 3:5 widerständig zeigte. Mit einem Rebreak und Netzroller stellte Ruud schließlich seinen Triumph sicher.

"Ich war am Ende sehr nervös, es ist schon ganz etwas Spezielles, drei Turniere hintereinander zu gewinnen", meinte Ruud im Interview am Court. "Und dann noch die Regenunterbrechungen. Aber jetzt sind die drei Wochen vorbei und ich habe alles gewonnen." (APA, TT.com)


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