138 Unwetter-Tote im Ahrtal: Staatsanwaltschaft prüft fahrlässiges Handeln

26 Menschen werden nach der verheerenden Flutkatastrophe weiterhin vermisst. Indes prüft die Staatsanwaltschaft die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens. Dabei geht es u.a. um möglicherweise unterlassene oder verspätete Warnungen bzw. Evakuierungen.

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Der Ortskern von Altenahr nach der Flutkatastrophe.
© Reiner Zensen via www.imago-images.de

Koblenz – Die Zahl der Menschen, die in der Flutkatastrophe im Ahrtal ihr Leben verloren haben, ist auf 138 gestiegen. Weiterhin vermisst werden 26 Bewohner, teilte Florian Stadtfeld vom Polizeipräsidium Koblenz am Montag mit. Außerdem wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung prüft.

Bis zum Wochenende waren 135 Menschen tot geborgen worden. Identifiziert seien bisher 106 Menschen, sagte Thomas Linnertz vom Polizeipräsidium Koblenz. Keine Angaben macht die Polizei bisher zur Frage, wie viele Menschen in den einzelnen Orten ums Leben kamen.

Bei der Prüfung der Staatsanwaltschaft gehe es um möglicherweise unterlassene oder verspätete Warnungen oder Evakuierungen der Bevölkerung, teilte die Koblenzer Behörde am Montag mit. In diese Prüfung sollen neben der „umfangreichen Presseberichterstattung" auch Feststellungen aus Todesermittlungsverfahren sowie allgemeine polizeiliche Hinweise aus der Katastrophennacht vom 14./15. Juli einbezogen werden. Gegen wen sich der Anfangsverdacht richtet, wurde in der Mitteilung nicht angegeben.

Am Wochenende waren erneut Fragen im Zusammenhang mit dem Krisenmanagement in der Nacht des Unwetters laut geworden. Nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung soll trotz präziser Warnungen erst spät der Katastrophenfall ausgerufen worden. Die Kreisverwaltung habe neben online veröffentlichten Informationen im Laufe des Abends mehrere automatisierte E-Mails des zuständigen Landesamts für Umwelt erhalten, in denen auch der prognostizierte enorme Pegelstand von fast sieben Metern mitgeteilt worden sei, heißt es in dem Bericht. Die Kreisverwaltung wollte diesen Bericht am Sonntag nicht kommentieren und hatte auf einen späteren Zeitpunkt verwiesen. (APA/dpa)


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