Support für Rendi-Wagner: Dornauer als „Role Model“ für Konflikte in der SPÖ

Das Verhältnis von Tirols SP-Chef Dornauer zur Parteivorsitzenden Rendi-Wagner gleicht einer Achterbahnfahrt. Jetzt ist sie für ihn Kanzlerkandidatin.

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Plakativ im Land des Lächelns: Das war nicht immer so zwischen Georg Dornauer und Pamela Rendi-Wagner.
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Innsbruck – Anfangs ruckelte es gewaltig zwischen Georg Dornauer und Bundesparteivorsitzender Pamela Rendi-Wagner. Nicht nur wegen Dornauers missglückter öffentlicher Auftritte, schließlich zählte er zum engsten Freundeskreis von Rendi-Wagners parteiinternem Rivalen und burgenländischem Landeshauptmann Hans Peter Doskozil. Vor der Nationalratswahl 2019 meldete Dornauer sogar Zweifel an, ob die SPÖ-Vorsitzende überhaupt die richtige Kandidatin sei.

Zwei Jahre später hört sich Dornauer komplett anders an: „Sie ist die Bundesparteivorsitzende und damit auch ganz klar die Spitzenkandidatin für die kommende Wahl. Sie bringt alles mit, was man haben muss, und es macht auch politisch Freude und Spaß mit ihr“, rollt er Pamela Rendi-Wagner den roten Teppich aus. Was ist geschehen? Zum einen ist das Verhältnis mit Doskozil nicht mehr so eng, andererseits Dornauer selbst um eine Imagekorrektur bemüht. Im Schatten von Rendi-Wagner versucht sich Dornauer als ihr Unterstützer innerparteilich zu profilieren.

Die Vorsitzende wiederum streicht den freundschaftlichen und konstruktiven Austausch mit Dornauer hervor. Sind die seinerzeitigen öffentlichen Kopfwäschen für Dornauer und Doskozil vergessen? „Wer mich kennt, weiß, dass ich kein nachtragender Mensch bin.“ Die Bundesparteivorsitzende lobt die professionelle Zusammenarbeit mit ihrem Tiroler SPÖ-Chef, aber auch, „dass wir uns in den Kernthemen der Sozialdemokratie und unserer Politik sehr gut abstimmen“. Könnte die Entspannung zwischen ihr und Dornauer auch ein Vorbild für das Verhältnis mit Doskozil sein? „Ja“, sagte Rendi-Wagner knapp.

Dornauer sieht sich deshalb als „Role Model“ (richtungweisend), um Konflikte in der Bundes-SPÖ zu lösen. Er will die Tiroler SPÖ in die nächste Landtagswahl führen, dazu benötigt er für seine Wiederwahl im Mai 2022 die Unterstützung der Bundespartei. Schließlich gibt es in der Tiroler SPÖ wegen seiner vergangenen Alleingänge nach wie vor Skeptiker. Vor allem die SPÖ-Frauen stehen ihm kritisch gegenüber. Mehr als 80 Prozent am Parteitag und für seine Wahl zum Spitzenkandidaten sind jedoch seine Messlatte. (pn)


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