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„Pause“ bei Anleger-Hotels: „Gemeinden sollten Stopptaste drücken“

Fragliche Wertschöpfung, kaum Jobs, Gewinne fließen ab, Folgen für Grund und Boden: Wifo-Experte Fritz rät Tirols Tourismus bei „Investorenmodellen“ zu einer Nachdenkpause wie in Lech. Raumordnung solle weg von Gemeinden.

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Der Vorarlberger Nobelskiort Lech hat genug von Investorenmodellen und verhängte unlängst einen Baustopp.
© Lech Tourismus/Bernadette Otter

Innsbruck – Die so genannten „Investorenmodelle“ haben sich im Tiroler Tourismus in den vergangenen Jahren ganz massiv ausgebreitet. Dabei werden Ferienwohnungen oder Chalets an finanzkräftige Investoren – meist aus dem Ausland – verkauft, ein Betreiber vermietet sie an Urlauber. Auch in Salzburg, der Steiermark und Vorarlberg schossen solche Investorenmodelle aus dem Boden. Dort ist der Widerstand aus der Bevölkerung gegen solche – oft ausladend dimensionierte – Projekte mittlerweile weitaus größer als in Tirol. Lech am Arlberg hat unter dem neuen Bürgermeister Stefan Jochum unlängst einstimmig einen zweijährigen Baustopp für Investorenmodelle beschlossen. „Dort, wo früher lebendige Gastronomie-und Hotelbetriebe standen, sehen wir heute vielerorts leere und leblose Chalets mit kalten Betten ohne Gäste und Angestellte“, sagte Jochum. Mittlerweile haben weitere Vorarlberger Gemeinden den Investorenmodellen und dem „Ausverkauf der Heimat“ den Kampf angesagt.


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