Im Tiroler Unterland erwischt: Geldbuße für Welpen-Frächter

Wenige Wochen alte und kranke Hunde wurden quer durch Österreich transportiert. Jetzt wurden die Fahrer des Transporters am Innsbrucker Landesgericht zu einer Geldstrafe verurteilt.

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(Symbolbild)
© Kay Nietfeld

Innsbruck – Sie haben kaum zu trinken und das Falsche zu essen bekommen, waren teilweise krank und stundenlang in ihren Käfigen eingesperrt – obwohl zum Teil keine acht Wochen alt. Unter diesen grausamen Umständen wurden zahlreiche Hundewelpen im vergangenen September von einem Züchter in der Slowakei kommend quer durch Österreich transportiert. Dort sollten sie ihre neuen Besitzer in Empfang nehmen. Bei einer Kontrolle im Tiroler Unterland flog das Ganze auf. Der 43 Jahre alte Fahrer und ein 55-jähriger Bekannter, der ihm geholfen hat, mussten sich gestern vor dem Landesgericht in Innsbruck wegen des Vorwurfs der Tierquälerei verantworten.

Die zwei slowakischen Staatsbürger bekannten sich zu Beginn der Verhandlung nicht schuldig. Ziel der Fahrt, die am frühen Vormittag begonnen und mit der Überprüfung der Polizei gegen 17.50 Uhr geendet hat, war die Schweiz. „Zweimal sind wir stehen geblieben“, erklärte der 43-jährige Erstangeklagte. „In Linz und in Bischofshofen. Dort haben wir 30 bis 40 Minuten Pause gemacht.“ Als die Richterin nachhakte und wissen wollte, ob die Route nicht auch über Kärnten und Osttirol geführt haben könnte – sprich der Weg viel länger gewesen wäre –, meinte er, dass auch das gut möglich gewesen sein könnte. „Die Welpen waren in Ordnung“, erklärte der Mann, der laut eigenen Angaben in einem zehnstündigen Kurs das Handwerk des Tier-Transporteurs gelernt haben will. Ein Tierarzt habe dies bereits in der Slowakei bestätigt und entsprechende Papiere ausgestellt. „Ich habe nicht gesehen, dass sie unter Stress stünden. Sie schlafen die meiste Zeit.“

Ermittlungen der Polizei und eine Einschätzung der zuständigen Amtstierärztin ergaben ein anderes Bild. Die jungen Hunde hätten apathisch gewirkt, berichtete die Richterin. Einige von ihnen hätten unter Durchfall gelitten und seien augenscheinlich jünger als acht Wochen gewesen – erst ab diesem Alter dürften Welpen ohne ihre Mütter befördert werden.

Das Verfahren endete mit einer Diversion. Dem 43-Jährigen wurde ein Bußgeld in Höhe von 350 Euro auferlegt. Sein 55 Jahre alter Bekannter, der immer wieder solche Touren begleitet und dafür Geld erhalten hatte, muss 280 Euro Strafe zahlen. (bfk)

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