„The Suicide Squad“: Selbstmord-Söldner lassen Blumen spritzen

In der Comic-Verfilmung „The Suicide Squad“ schickt Regisseur James Gunn Superschurken auf eine Parodie-Mission nach Lateinamerika.

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Margot Robbie (links) und Idris Elba (Dritter von links) sind die Stars in „The Suicide Squad“. Sylvester Stallone leiht einem Hai-Menschen seine Stimme.
© Warner

Von Marian Wilhelm

Innsbruck – Die Comic-Film-Universen der Hollywood-Studios sind nicht nur inhaltlich verwirrend. Manchmal macht schon ein Artikel mehr oder weniger den Unterschied. „The Suicide Squad“ führt aktuell die Idee von „Suicide Squad“ (2016) weiter – und ist dabei eher ein versuchter Neustart als eine Fortsetzung.

Die Prämisse jedoch bleibt: Aus den gefährlichen Insassen eines Hochsicherheitsgefängnisses wird eine Truppe schillernder Söldner zwangsverpflichtet. Sollten sie bei ihrer Selbstmord-Mission erfolgreich sein, gibt’s 10 Jahre Strafabzug. Eine implantierte Sprengkapsel samt rotem Fernzündknopf hält die Super-Bösewichte vom Desertieren ab. Passend dazu lautet die erste Dialogzeile im Film „Hello, I’m Johnny Cash“, der mit seinem „Folsom Prison Blues“ die lockere Stimmung vorgibt. Regisseur James Gunn führt seine Zuseher dann recht unverschämt auf eine falsche Fährte und bleibt auch die restlichen 132 überlangen Filmminuten hindurch angenehm unvorhersehbar.

📽️ Trailer | The Suicide Squad

Die von ihm selbst geschriebene, etwas beliebige Story führt das moralisch ambivalente Ensemble in die lateinamerikanische Insel-Diktatur Corto Maltese. Nach einem Putsch, der den USA nicht in den Kram passt, soll das Selbstmord-Kommando die Forschungsanlage Jotunheim zerstören. Jotunheim stammt noch aus der Nazi-Zeit und beherbergt, wie recht bald klar wird, ein Weltraum-Monster namens Starro – ein überdimensionales Seesternchen mit Auge.

Mit von der Partie ist neben den Alpha-Männern Robert ‚Bloodsport‘ DuBois (Idris Elba), seinem lächerlichen Alter Ego Peacemaker (herrlich arrogant: John Cena) und dem Soldaten Rick Flag (Joel Kinnaman) auch noch der depressive Polka-Dot Man (David Dastmalchian), eine Ratten-kontrollierende junge Frau namens ‚Ratcatcher 2‘ (herzlich: Daniela Melchior) und ein kindlicher Hai-Mensch, der im Original von Sylvester Stallone gesprochen wird. Star-Kämpferin ist aber auch diesmal Harley Quinn (Margot Robbie), die als Einzige schon 2016 dabei war und mit dem knallbunten „Birds of Prey“ auch einen Solo-Filmauftritt hingelegt hat.

James Gunn – beim berüchtigten Trash-Studio Troma in der Lehre – versucht, ähnlich wie mit seinen „Guardians of the Galaxy“ eine gehörige Portion Parodie gleich mit einzubauen. Da spritzt dann statt Blut schon mal ein Blumenmeer und einige Figuren dürfen gehörig übertreiben. Das Ergebnis ist ein wildes, kurzweiliges Abenteuer mit nicht jugendfreien Superantihelden und hoher Augenzwinkerrate.


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