Alter Birnbaum in Rum muss Parkplätzen weichen

In Rum herrscht Aufregung, weil ein mächtiger Obstbaum beim „Haus der Kinder“ spätestens heute für ein Parkplatzprojekt gefällt werden soll.

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Der alte Birnbaum bei der Rumer Volksschule gestern Nachmittag. Spätestens heute soll er gefällt werden.
© Böhm

Von Angela Dähling

Rum – Entsetzte Leser wandten sich gestern an die TT, weil der wunderschöne, alte Birnbaum beim Haus der Kinder in Rum für einen Parkplatz gefällt werden soll. Trotz Klima- und Naturschutzdebatten müsse erneut die Natur dem Asphalt weichen, lautet die Kritik. In anderen Ländern schaffe man es, alte Bäume in Haus-Neubauten zu integrieren, in Tirol gelinge das nicht mal bei Parkplätzen.

„Das stimmt, der Baum soll heute oder morgen gefällt werden“, bestätigte der Rumer Amtsleiter Christian Braito gestern Nachmittag auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung. Rund 20 Parkplätze würden nämlich hier beim Langen Graben entstehen. Und dies auf vielfachen Wunsch von Müttern, die mittags ihre Kinder von der dortigen Kinderkrippe, dem Hort, Kindergarten oder der Volksschule abholen. Der mächtige Baum stelle eine Gefahr dar: „Weil sich durch herabfallende Birnen Personen und Kinder verletzen und die parkenden Autos beschädigt werden können“, erläuterte Braito. Die Gemeinde sei hier in der Haftung.

Es werden zehn, elf neue Bäume auf dem Parkplatz gepflanzt, die kleiner sind und keine Früchte tragen.
Christian Braito (Gemeindeamtsleiter)

Der Gemeideamtsleiter betonte, dass es sich bei dem riesigen Obstbaum weder um ein Naturdenkmal handele noch der Baum unter Denkmalschutz stehe. Das ganze Projekt sei auch keine Hauruckaktion, sondern im Vorfeld ausgiebig und durch alle Instanzen im Gemeinderat behandelt und dann beschlossen worden. Für die Mandatare sei klar ersichtlich gewesen, dass der Birnbaum weichen muss.

Laut der Gemeindeamtsleitung ist der Erhalt des Baumes selbst dann nicht möglich, wenn man die Fläche darunter aus Sicherheitsgründen nicht mit Stellplätzen versieht. Denn durch Niveau-Unterschiede würden beim Parkplatzbau die Wurzeln freigelegt werden. „Und dann würde der Baum absterben“, erklärte Braito, der kein großes Drama in der Fällung sieht. Zudem würden zehn bis elf neue Bäume am Parkplatzareal gesetzt werden – kleinere, die keine Früchte tragen. Das Holz des Birnbaums werde auch in Rum verbleiben. „Wir werden es bei einem Sägebetrieb schneiden lassen und beispielsweise für künftige Möbel verwenden“, sagte Braito.


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