Schwierige Rettungsaktion von zwei erschöpften Kletterern im Pinzgau

Die zwei Männer saßen auf rund 2600 Meter Seehöhe im Bereich des „Kematsteins" fest. Der Aufstieg zu den Deutschen dauerte rund vier Stunden.

  • Artikel
(Symbolfoto)
© Zangerl

Dienten, Zell am See – Im Pinzgau sind Mittwochabend 15 Bergretter und ein Alpinpolizist bei Regen und schlechter Sicht zu zwei erschöpften und durchnässten Alpinisten aufgestiegen, die auf dem Klettersteig "Königsjodler" am Hochkönig vor einer schwierigen Kletterstelle nicht mehr weiter konnten. Die Deutschen, 20 und 21 Jahre alt, setzten um 17.30 Uhr einen Notruf ab. Die nächtliche Bergung ist geglückt. Sie wurden um 3.15 Uhr am Dientner Sattel einem Notarzt und dem Roten Kreuz übergeben.

Aufgrund der widrigen Wetterverhältnisse habe kein Hubschrauber zu den in Bergnot geratenen Personen fliegen können, sagte der Bergretter Christoph Portenkirchner, Leiter der Ortsstelle Dienten, zur APA. Die beiden Kletterer im Alter von 20 und 21 Jahren waren zu dem Zeitpunkt, als sie die Einsatzkräfte alarmierten, unverletzt, aber bereits unterkühlt. Sie saßen auf rund 2.600 Meter Seehöhe im Bereich des "Kematsteins" (auch Kummetstein genannt, Anm.) fest.

Klettervermögen reichte nicht mehr aus

Die Alpinisten hatten rund zwei Drittel des Klettersteiges absolviert, bis sie vor einer relativ glatten und steilen Wand nicht mehr weiter konnten. Ihr Klettervermögen habe nicht mehr ausgereicht, um diese Passage zu meistern, erklärte Portenkirchner. Der Notruf ging bei der Polizei ein. Die Alpinpolizei stellte sofort einen telefonischen Kontakt mit den Kletterern her, wie die Landespolizeidirektion Salzburg am Donnerstag informierte. Mittels Appel ID und Whats App konnte der genaue Standort der beiden bestimmt werden.

Die Bergretter sind um 18 Uhr mit Ausrüstungs- und Bergematerial vom Bergrettungsheim aufgebrochen. Der Aufstieg zu den Deutschen dauerte rund vier Stunden. Laut dem Ortsstellenleiter seilten sie die zwei Männer zunächst ab, verließen mit ihnen dann den Klettersteig über den Notausstieg und stiegen mithilfe eines provisorischen Fixseils ins Birgkar ab. Von dort gingen sie weiter zum Dientner Sattel, wo bereits der Notarzt und Helfer des Roten Kreuzes auf sie warteten. Einer der beiden Männer klagte über Brustschmerzen.

"Ice Road": 50x2 Karten für den Premieretag gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

Retter trotzten immer schlechterem Wetter

An dem Einsatz beteiligten sich auch zwei Mitglieder der Feuerwehr. Im Verlauf der Rettungsaktion hat sich das Wetter noch verschlechtert. Der Katastrophenschutz des Landes hatte für Mittwochabend bis Donnerstagvormittag eine Starkregenwarnung für den Pinzgau, Pongau und Tennengau ausgegeben.

Der Klettersteig "Königsjodler" weist 1.700 Klettermeter auf und gilt als einer der längsten Steige in Salzburg. Der Schwierigkeitsgrad ist mit "schwer" (C/D) bewertet. (APA)


Schlagworte